Die Saison biegt langsam auf die Zielgerade ein, doch bei Gladbach herrscht längst keine Ruhe. Trotz Tabellenplatz elf wachsen im Borussia-Park offenbar die Zweifel an Trainer Eugen Polanski. Nach Informationen der „Rheinischen Post“ wird intern bereits intensiv über mögliche Alternativen nachgedacht.

Dabei besitzt Polanski eigentlich noch einen Vertrag bis 2028. Trotzdem könnte seine Zeit bei Gladbach schon nach nur einer Saison wieder enden. Entscheidend soll vor allem sein, ob Sportdirektor Rouven Schröder einen Trainer findet, der die Verantwortlichen komplett überzeugt.

📌 Fakten zu Eugen Polanski

  • Cheftrainer der Fohlen: Er ist seit September 2025 Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach. Er übernahm das Team zunächst interimsmäßig und erhielt im November 2025 einen festen Vertrag bis 2028.
  • Polnischer Nationalspieler: In seiner aktiven Zeit als defensiver Mittelfeldspieler absolvierte er 19 Länderspiele für Polen und nahm an der Europameisterschaft 2012 teil.
  • Nagelsmann-Schüler: Er sieht den heutigen Bundestrainer Julian Nagelsmann als seinen wichtigsten Mentor an. Beide arbeiteten erfolgreich bei der TSG Hoffenheim zusammen, wo Polanski Kapitän unter Nagelsmann war

Gladbach vermisst klare Entwicklung

Sportlich blieb Gladbach in dieser Saison häufig hinter den Erwartungen zurück. Vor allem offensiv fehlte der Mannschaft oft die Kreativität. Über viele Jahre standen die Fohlen für mutigen und flexiblen Fußball. Unter Polanski wirkte das Spiel dagegen häufig vorsichtig und abwartend.

Ganz schlecht lief es zuletzt zwar nicht. Der Traditionsklub verlor nur eines der vergangenen sieben Spiele. Dennoch sehen viele Beobachter kaum Fortschritte bei der Entwicklung einzelner Spieler. Genau dieser Punkt soll intern inzwischen besonders kritisch bewertet werden.

Zwar durfte Talent Wael Mohya bereits mit 17 Jahren Bundesliga-Luft schnuppern, richtig durchstarten konnte er aber nicht. Auch Winter-Neuzugang Hugo Bolin zeigte sein Potenzial nur phasenweise. Beide galten immer wieder als Leidtragende der defensiven Ausrichtung bei Gladbach.

Zwei neue Trainer-Kandidaten im Visier

Im Borussia-Park wünschen sich viele Verantwortliche offenbar wieder mutigeren Fußball. Besonders junge Spieler wie Mohya, Fabio Chiarodia, Jens Castrop oder Bolin sollen künftig stärker gefördert werden. Deshalb soll Gladbach wohl nach einem Trainer suchen, der Talente entwickelt und gleichzeitig attraktiven Fußball spielen lässt. Für die kommende Saison plant der Klub zudem die Rückkehr zur Viererkette.

Polanski muss die Vereinsführung nun offenbar davon überzeugen, dass er auch offensiver spielen lassen kann. Gelingt ihm das nicht, könnten ihm bald die wichtigsten Argumente fehlen.

Als mögliche Nachfolger werden bereits erste Namen gehandelt. Laut „Ligainsider“ zählt Tonda Eckert zu den spannendsten Kandidaten. Der 33-Jährige sorgt seit November 2025 mit dem FC Southampton für Aufsehen und kämpft um den Premier-League-Aufstieg.

Mit seinem offensiven 4-2-3-1-System erzielte Southampton bereits 82 Tore. Eckert arbeitete zuvor unter anderem in Köln, Salzburg und München. Auch Jakob Poulsen steht bei Gladbach offenbar auf der Liste. Der Däne greift mit Aarhus GF überraschend nach der Meisterschaft und setzt auf offensiven Fußball im 3-4-3-System.

Mehr News für dich:

Beide Trainer gelten als Coaches mit klarer Idee und starker Entwicklungskompetenz. Gleichzeitig weiß man bei Gladbach aber auch, dass eine weitere vorschnelle Entscheidung schnell erneut zum Problem werden könnte.