Der Klassenerhalt ist nach einer herausfordernden Saison für die Frauen von Borussia Mönchengladbach in der 2. Bundesliga sicher: Mit einem 4:1(2:0)-Sieg gegen den VfL Bochum entledigten sich die Borussinnen aller Abstiegssorgen. Bei vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone können sie im letzten Saisonspiel kommenden Sonntag gegen die SG Andernach (14 Uhr) selbst bei einer Niederlage nicht mehr in Abstiegsbredouille geraten.
Borussias Frauen wollten die Auswärtspartie in Bochum „sehr mutig angehen und nach vorne spielen“, so die Vorgabe von Trainer Jonas Spengler angesichts der nach oben zeigenden Formkurve seines Teams. Und seine Spielerinnen hatten offensichtlich zugehört. Denn die Borussinnen waren am Sonntag im Wattenscheider Lohrheide-Stadion von Beginn an tonangebend. „Das hat die Mannschaft heute hervorragend gemacht, sodass ich mich auf der Tribüne tatsächlich ein wenig zurücklehnen und das Spiel genießen konnte“, sagte Trainer Spengler, der wegen einer Gelbsperre nicht auf der Trainerbank sitzen konnte.
Borussias Frauen waren griffiger und bissiger in den Zweikämpfen und gewannen dank eines starken Pressings viele Bälle. Nach einer Viertelstunde münzte Suus van der Drift die optische Überlegenheit in Zählbares um: Kiki Scholten setzte sich auf der linken Außenbahn gegen zwei Gegenspielerinnen durch und steckte zu van der Drift durch, die zunächst noch eine Bochumerin tunnelte und dann den Ball mit dem rechten Fuß in den langen Winkel schlenzte (15. Minute).
Die Borussinnen spielten nun noch selbstbewusster auf, kamen durch Lili Jones-Baidoe (17./28.) sowie erneut van der Drift (24.) zu weiteren Gelegenheiten, während Bochum in der Offensive kaum stattfand. Nach einer halben Stunde brachte Imke Kessels einen Eckball von der rechten Seite scharf vors Bochumer Gehäuse. Torfrau Svea Rosig verschätzte sich, und Jones-Baidoe konnte zum verdienten 2:0 einköpfen. Borussia hatte danach das Spiel weitestgehend im Griff. Die Bochumerinnen kamen zwar zum Ende der ersten Hälfte noch zu zwei Gelegenheiten durch Nina Lange, doch die Stürmerin scheiterte zunächst an der stark reagierenden VfL-Torfrau Jil Frehse (41.) und danach völlig freistehend an den eigenen Nerven (45.+2).
Nach dem Seitenwechsel blieb Borussia die spielbestimmende Mannschaft und baute ihre Führung in der 50. Minute sogar auf 3:0 aus. Wieder war es eine Ecke von Imke Kessels von rechts, diesmal köpfte Paula Klensmann ein. Sechs Minuten später hatte Imke Kessels selbst das 4:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Bochums Torhüterin und verletzte sich dabei. Alina Abdii wurde für sie eingewechselt wurde. Weil zeitgleich auch Paula Klensmann am Spielfeldrand behandelt wurde, war Borussia kurz in Unterzahl. Die Bochumerinnen nutzten die Gelegenheit und verkürzten durch Alina Angerer auf 1:3 (60.).
Doch die Borussinnen hatten eine Antwort: Einen Bochumer Fehlpass nutzte sie zum Konter, den Yvonne Zielinski abschloss. Kiki Scholten staubte den Abpraller zum 4:1 (63.) für Borussia ab. In der Folge versuchten die Gastgeberinnen noch einmal heranzukommen, aber Borussias Frauen verteidigten fokussiert und lagen sich nach dem Schlusspfiff jubelnd in den Armen: „Das Ergebnis geht auch in der Höhe vollkommen in Ordnung“, resümierte Trainer Spengler. „Wir haben uns dadurch in Richtung Tabellen-Mittelfeld geschoben und können mit dem letzten Spiel die beste Platzierung seit unserem Aufstieg in die Zweite Bundesliga erreichen“, sagte Spengler.