Kim Wilde: Hymnen zum Mitsingen

Mit den Synthiepop-Klassikern „Kids in America“ und „You Keep Me Hanging On“ feierte die britische Sängerin Kim Wilde in den 80er-Jahren internationale Erfolge. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum schaffte es 1981 für fünf Wochen an die Spitze der deutschen Albumcharts und dürfte für den ein oder anderen langanhaltenden Ohrwurm gesorgt haben. Nach einer musikalischen Pause in den 90er-Jahren fand Wilde 2006 wieder zurück zur Musik. Ihr letztes Album „Closer“ erschien 2025.

DAF: Mythisch, modisch und modern

Die Deutsch Amerikanische Freundschaft, kurz DAF, zählt zu den Pionieren der elektronischen Musik in Deutschland. Aus einer mehrköpfigen Band kristallisierte sich Anfang der 80er-Jahre das Duo aus Gabi Delgado-López und Robert Görl heraus. Geprägt von einem kühlen Elektrosound und abgehackten Gesang, entstanden stilsichere Songs wie „Der Mussolini“, „Alles ist gut“ und „Liebe auf den ersten Blick“. Mit ihrem distanzierten und lässigen Auftreten gilt das Duo als einer der Wegbereiter der deutschen Techno-Szene. Sänger Delgado-López starb allerdings bereits im März 2020. Seitdem hält Schlagzeuger Robert Görl die Songs am Leben.

Front Line Assembly: Düster und tanzbar

Nachdem Bill Leeb 1986 bei der Band Skinny Poppy ausstieg, gründete der österreichisch-kanadische Musiker Front Line Assembly. Inspiriert von Bands wie Kraftwerk und Cabaret Voltaire wurde FLA zu einer der umtriebigsten und einflussreichsten Bands der Electronic Body Music. Ihre Songs sind düster und tanzbar, antriebsvoll und unheimlich. In diesem Jahr feiert die Band zudem ihr 40-jähriges Bestehen und kann dabei auf 20 Alben zurückblicken. Darunter „The Initial Command“, „Gashed Senses & Crossfir“ und zuletzt „Mechanical Soul“.

Anja Huwe / Xmal Deutschland: Legendärer Goth Rock

Die Hamburger Band um Frontfrau Anja Huwe schaffte Anfang der 80er-Jahre etwas, was nur wenigen Musiker*innen aus Deutschland gelang. Ihre Alben „Fetisch“ und „Tocsin“ wurden auf dem Londoner Kultlabel 4AD veröffentlicht – neben Bands wie Cocteau Twins, Bauhaus und Dead Can Dance. Die schwarzen Klamotten und bunt-toupierten Haare der fünf Musikerinnen von Xmal Deutschland unterstrichen die ordentliche Portion Aggressivität der Musik, die vor allem in England besonders gut ankam: düster, hart und abgeklärt. Anfang der 90er-Jahre löste sich die Band allerdings auf und Huwe widmete sich der Bildenen Kunst. 2024 beendete Huwe ihre Auszeit von der Musik und veröffentlichte mit „Codes“ ihr fulminantes Soloalbum, das an den Sound der 80er-Jahre anknüpft.

Clan of Xymox: Dark Wave der ersten Stunde

Ronny Moorings und Anke Wolbert riefen 1984 im niederländischen Nijmegen Clan of Xymox ins Leben. Bis heute gilt die Band als eine der einflussreichsten und wichtigsten Bands des Dark Wave. Drei Alben veröffentlichte die Musikgruppe in den 80er-Jahren, bevor es in den 90er-Jahren zu einem Umbruch kam und Ronny Moorings von den Niederlanden nach Leipzig zog und fortan die Band alleine fortführte.

Myrna Loy: Das Live-Comeback

Benannt nach der US-amerikanischen Schauspielerin, gab es die deutsche Avantgarde-Band Myrna Loy gerade mal sieben Jahre. Ihr Debütalbum „Press my Lies in Your Inter Temple“ erschien 1989 und wurde von der Musikkritik begeistert aufgenommen. Songs wie „Sing Garden“, „Whisper To The Wortleberry“ und „Inner Whirl“ changieren zwischen Wave, Industrial und Ambient. Nachdem sich die Band 1994 auflöste, wird sie auf dem WGT in Leipzig nach über 30 Jahren eine exklusive Reunion-Show spielen.

The SPKtR / SPK: Verstörende Klangcollagen

Der Gründungsmythos der australischen Industrialband SPK ist mehr als ungewöhnlich. Ein Pfleger einer psychiatrischen Klink, ein ambulanter Patient jener Klink und die spätere Ehefrau des Pflegers schließen sich 1978 zusammen, um Musik zu machen. Herausgekommen ist eine Band, die zu den wichtigsten Vertretern des Industrial zählt. Teils verstörende und ohrenbetäubende Klangcollagen sorgten für den eigenartigen Sound der Band. Ende der 80er-Jahre war allerdings Schluss für die Gruppe um Graeme Revell, der danach als Komponist in Hollywood Karriere machte. Unter anderem komponierte er Soundtracks für „CSI“, „Sin City“ und „Gotham“. Auf dem WGT wird Revell als The SPKtR gemeinsam mit seinem Sohn die Live-Premiere des Comebacks feiern.