Der Neubau des Karl-May-Museums befindet direkt an der Meißner Straße. Nach Angaben von Geschäftsführer Volkmar Kunze liegt das Projekt aktuell rund acht Wochen vor dem ursprünglichen Zeitplan. Auch der Kostenrahmen von 6,5 Millionen Euro könne derzeit eingehalten werden.

Seit Mitte Dezember steht bereits der Rohbau des neuen Empfangsgebäudes. „In einem Rekordtempo hat die Baufirma innerhalb von einem halben Jahr den Rohbau unseres neuen Empfangsgebäudes hier hingestellt“, sagte der wissenschaftliche Direktor des Museums, Robin Leipold, im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Kritik am Neubau

Derzeit werde an der Fassade gearbeitet. Leipold versucht dabei auch Sorgen einiger Bürger zu entkräften. Wer aus Richtung Dresden auf das Gebäude zufahre, sehe momentan vor allem „diese riesengroße Betonwand des Rohbaus“. Das endgültige Erscheinungsbild werde aber deutlich anders aussehen. Geplant seien unter anderem eine Klinkerfassade, Kunst am Bau und eine Gestaltung mit Anleihen an die Pueblo-Architektur und die Winnetou-Figur Karl Mays.

Der Erweiterungsbau wird in Radebeul durchaus kontrovers diskutiert. Einige Bürger bezeichneten den fensterarmen Rohbau bereits als „Bunker“, sagte Geschäftsführer Volkmar Kunze MDR Kultur.

Auch die Villa Bärenfett wird umgebaut

Parallel zum Neubau verändert sich auch das historische Herzstück des Museums: die Villa Bärenfett. Dort befindet sich die Ausstellung über die indigenen Völker Nordamerikas. Leipold betont, dass genau dieser historische Charakter erhalten bleiben solle.

Gleichzeitig werde die Ausstellung modernisiert. Räume würden umgebaut, Durchgänge verändert und die Präsentation neu strukturiert. Bereits zu den Karl-May-Festtagen ab Christi Himmelfahrt soll ein erster neu gestalteter Ausstellungsraum eröffnet werden.

Fertigstellung für 2027 geplant

Sowohl der Neubau als auch die Umbauten im Bestand sollen im Frühsommer kommenden Jahres abgeschlossen werden. Langfristig verfolgt das Museum noch größere Ziele: Bis zum 100. Geburtstag des Karl-May-Museums im Jahr 2028 sollen auch die Villa Shatterhand barrierefrei umgebaut und weitere Bereiche modernisiert werden. Finanziert wird das Projekt vom Bund, dem Freistaat Sachsen, der Stadt Radebeul und der Karl-May-Stiftung.