DruckenTeilen
Ein bedeutender Anlagenbauer will in Deutschland rund 1.300 Arbeitsplätze abbauen. Grund dafür ist der steigende Konkurrenzdruck aus Fernost.
Stuttgart – Der Industrieanlagenbauer Festo mit Stammsitz in Esslingen am Neckar (Baden-Württemberg) plant, in Deutschland etwa 1.300 Arbeitsplätze abzubauen. Das Familienunternehmen erklärte, dass Marktveränderungen, der wachsende Wettbewerb aus Asien und geopolitische Krisen erhebliche Herausforderungen darstellen. Um diesen verschärften Marktbedingungen zu begegnen, setzt Festo auf ein globales Transformationsprogramm, das Wachstum und Effizienz steigern soll.
Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg
Fotostrecke ansehen
Festo beabsichtigt, seine Strukturen in Deutschland zu straffen, um den finanziellen Spielraum für den Umbau zu schaffen. Der Stellenabbau soll sich über verschiedene Bereiche erstrecken. Gemeinsam mit dem Betriebsrat soll darüber gesprochen werden, wie die Maßnahme möglichst sozialverträglich gestaltet werden kann. Ende April hatte ein anderer familiengeführter Maschinenbauer einen Stellenabbau an deutschen Standorten angekündigt.
Anlagenbauer Festo will jährlich 200 Millionen Euro einsparen und auch im Ausland Stellen abbauen
Die Festo SE & Co. KG strebt nach eigenen Angaben weltweit jährliche Einsparungen von 200 Millionen Euro an. Auch im Ausland sollen Stellen reduziert werden, wie Vorstandschef Thomas Böck in der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten zitiert wurde. Eine Schließung ganzer Standorte in Deutschland schloss Böck aber aus. „Wir werden auch alle Produktionsstandorte in Deutschland erhalten“, erklärte er. Ein anderer bedeutender Maschinenbauer beabsichtigt dagegen, die Produktion an einem deutschen Standort einzustellen.
Die IG Metall äußerte scharfe Kritik an den geplanten Maßnahmen bei Festo. „Das hat uns und die Beschäftigten eiskalt erwischt“, erklärte Max Czipf von der IG Metall Esslingen. Das Ausmaß der geplanten Maßnahmen sei unerwartet und bereite große Sorgen hinsichtlich der Auswirkungen auf die Arbeits- und Wirtschaftsregion. Die Gewerkschaft hält den Schritt für einen Fehler. „Wer in dieser wirtschaftlichen Krise Jobs abbaut, verantwortet den Schaden am Industriestandort“, warnte Czipf.
Der Industrieanlagenbauer Festo mit Stammsitz in Esslingen am Neckar (im Bild) will 1.300 Stellen abbauen. © qwesy qwesy/Wikipedia/CC BY 3.0 Festo beschäftigt rund 20.600 Mitarbeiter, davon 8.200 in Deutschland
Ende 2025 beschäftigte Festo etwa 20.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was der Zahl des Vorjahres entspricht. Rund 8.200 von ihnen waren in Deutschland tätig. Die schwache Wirtschaftslage belastete jedoch das Geschäft des Unternehmens. Der Umsatz fiel 2025 um 3,7 Prozent auf etwa 3,33 Milliarden Euro, was den dritten Rückgang in Folge darstellt. 2022 hatte Festo noch einen Umsatz von 3,81 Milliarden Euro erzielt. Angaben zum Gewinn machte das Unternehmen nicht. (dpa/jul)