Das KI-Schaufenster der THA. Dort können Passanten mit der interaktiven Roboter-Installation „Hi Human!“ in Kontakt treten. „Hi Human!“ wurde vom Hybrid Things Lab der Fakultät für Gestaltung im KI-Produktionsnetzwerk an der THA entwickelt. Foto: Timo Holzmann für THA.
Das KI-Produktionsnetzwerk in Augsburg entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Handwerk, Mittelstand und Industrie praxisnahe KI‑Lösungen. Eine neue Publikation der THA gibt Einblicke in Projekte und zeigt, wie der Transfer in Unternehmen gelingt.
Die digitale Transformation verändert Produktionsprozesse, Produkte und Geschäftsmodelle. Im KI-Produktionsnetzwerk Augsburg arbeiten Forschende der Technischen Hochschule Augsburg (THA), der Uni Augsburg, des Fraunhofer IGCV und des DLR gemeinsam mit mehr als 100 Partnern an KI-Lösungen für Industrie und Handwerk. Im Mittelpunkt steht, Produktionsprozesse effizienter, sicherer und nachhaltiger zu machen sowie die Fachkräftesicherung. Die THA hat nun die Broschüre „KI-Produktionsnetzwerk der THA – KI-Transformation aktiv mitgestalten“ veröffentlicht. Darin zeigt sie ihre Projekte im Rahmen des KI‑Produktionsnetzwerks.
Mehr als 60 Projekte und vier Modellfabriken
In den vergangenen fünf Jahren entwickelten die Forschenden der THA in mehr als 60 Projekten KI-basierte Lösungen für die Produktion. Dazu gehören vier Modellfabriken. Eine davon ist das Recycling-Atelier Augsburg. Es gilt als weltweit erste Modellfabrik für ganzheitliches Textilrecycling. Ebenfalls Teil des Netzwerks ist das OITC – Open Industrial Training Center. Dort werden Digitalisierung und Fertigung im industriellen Maßstab eines mittelständischen Unternehmens dargestellt.
KI-Lösungen für Unternehmen in der Region
Die technologische Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz schreitet laut Netzwerk mit hoher Geschwindigkeit voran. Für Unternehmen steigen dadurch die Anforderungen an Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit. „Jedes Projekt entsteht aus einem konkreten Bedarf eines Praxispartners und die entwickelten KI-Innovationen werden unmittelbar in Unternehmen der Region eingesetzt“, erklärt Prof. Dr. Frank Danzinger, wissenschaftlicher Leiter des KI-Produktionsnetzwerks der THA. Förderprogramme unterstützen dabei, neue KI-Modelle zu entwickeln.
Unterstützung für Mittelstand und Handwerk
Das Netzwerk richtet sich an Unternehmen und Handwerksbetriebe unterschiedlicher Größe, insbesondere aus dem Großraum Augsburg und Bayerisch-Schwaben. Gemeinsam mit den Forschenden können individuelle KI-Lösungen entwickelt werden. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen stehen laut THA vor tiefgreifenden Veränderungen durch die Digitalisierung.
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„Der produzierende Mittelstand steht vor tiefgreifenden Herausforderungen“, sagt Prof. Dr. Björn Häckel, ebenfalls wissenschaftlicher Leiter des KI-Produktionsnetzwerks der THA. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen ihre digitalen Fähigkeiten stärken und ihre Mitarbeitenden kontinuierlich weiterbilden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Die neue Publikation der THA zeige vielfältige KI-basierte Lösungen für Handwerksbetriebe, KMU und größere Industrieunternehmen. Interessierte Betriebe könnten jederzeit um die passende Unterstützung bitten.
Netzwerkveranstaltungen und Austausch mit der Praxis
Der Austausch mit Unternehmen und der Öffentlichkeit ist Teil des Netzwerks. Zur Projektanbahnung dient unter anderem das jährliche Netzwerktreffen #TddP. Die Veranstaltung für Fachleute aus Forschung und Praxis findet am 15. Oktober 2026 an der THA statt.
Außerdem beteiligen sich die Forschenden an der Langen Nacht der Wissenschaft am 4. Juli 2026 im Augsburger Rathaus sowie am Technologietransfer-Kongress der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH am 21. Juli 2026.