Nach einer halben Saison endet das Kapitel beim WSV für den Ex-Profi und Co-Trainer.
von Andreas Santner · Heute, 06:35 Uhr · 0 Leser
Kevin Rodrigues Pires am Seitenrand beim Wuppertaler SV. – Foto: IMAGO / Nordphoto
Vom Spielfeld an die Seitenlinie: Kevin Rodrigues-Pires hat sein erstes Jahr im Trainergeschäft hinter sich. Es war eine Spielzeit zwischen Aufbruchstimmung im Ahrtal und nacktem Überlebenskampf im Stadion am Zoo.
Hinter Kevin Rodrigues-Pires liegt eine Karriere, die sich sehen lassen kann. 222 Regionalliga-Spiele und 110 Einsätze in der 3. Liga stehen für den ehemaligen Mittelfeldstrategen zu Buche. Nach Stationen bei Schwergewichten wie Rot-Weiß Essen, Preußen Münster oder Fortuna Köln hängte er die Schuhe nach der vergangenen Saison beim VfL Vichttal an den Nagel, um die Trainerlaufbahn einzuschlagen. Sein Weg führte ihn zunächst als Co-Trainer unter Mike Wunderlich zum Rheinlandligisten Ahrweiler BC, ehe das Duo während der Saison zum Wuppertaler SV in die Regionalliga West wechselte.
Dort ist die Lage vor dem letzten Spieltag prekär. Der WSV steht auf dem vorletzten Platz, drei Punkte hinter dem rettenden Ufer. Um den Klassenerhalt doch noch zu sichern, müsste die Mannschaft eine Differenz von 18 Toren aufholen – ein Szenario, das rein theoretisch ist und den Gang in die Oberliga wohl unumgänglich macht.
„Extrem intensiv, aber auch sehr lehrreich“
Trotz der sportlichen Misere bereut Rodrigues-Pires den Einstieg ins Trainergeschäft keineswegs. „Das vergangene Jahr war extrem intensiv, aber auch sehr lehrreich. Der Einstieg ins Trainergeschäft hat mir viel Spaß gemacht. Besonders die Zusammenarbeit mit Mike war für mich sehr wichtig, weil ich viele Ideen einbringen konnte und viel Vertrauen bekommen habe. Dafür bin ich ihm dankbar. Insgesamt nehme ich viele Erfahrungen mit“, resümiert der gebürtige Kölner.
Dass der Sprung von der Rheinlandliga direkt in das Haifischbecken der Regionalliga-Abstiegszone Spuren hinterlassen hat, verhehlt er nicht. „Die Saison hat definitiv viel Kraft gekostet – emotional und mental. Gerade wenn man ständig unter Druck steht und um Ergebnisse kämpft, bleibt das nicht aus. Trotzdem lernt man in solchen Phasen extrem viel über Teamarbeit, Zusammenhalt und sich selbst“, erklärt der 34-Jährige.
Abschied aus Wuppertal steht fest
Die Rolle als Assistent habe ihm zugesagt, da man „nah an der Mannschaft arbeitet und viel mitgestalten kann“. Dennoch ist für Rodrigues-Pires klar, dass seine Zeit beim WSV abläuft. „Für mich wird die Zeit beim Wuppertaler SV nach der Saison enden – unabhängig von Oberliga oder Regionalliga“, stellt er unmissverständlich fest. Bevor er jedoch die Koffer packt, will er sich mit Anstand verabschieden: „Wir haben noch ein Spiel und eine minimale Chance und werden alles reinhauen, um das Spiel zu gewinnen, und hoffen dann auf die minimale Chance, die wir halt haben. Ich bin dem Verein dankbar für die Chance und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.“
Wohin die Reise für den Inhaber der B-Lizenz führt, ist derzeit noch offen. Rodrigues-Pires fühlt sich bereit für neue Aufgaben – auch als Cheftrainer – und ist dabei nicht auf eine bestimmte Spielklasse fixiert. „Ich bin gespannt, was auf mich zukommt. Wichtig wären für mich ein klares Konzept, Vertrauen und ein Umfeld, in dem man gemeinsam etwas entwickeln kann. Die Liga spielt dabei für mich keine große Rolle“, skizziert er seine Vorstellungen. Auch das Thema Weiterbildung in Form der A-Lizenz steht auf der Agenda, wobei er betont, dass er sich generell immer weiterentwickeln wolle.