Wichtiges Treffen in PekingTrump spielt Differenzen mit China im Iran-Krieg herunter
13.05.2026, 06:47 Uhr
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Präsident Donald Trump wird am Abend in Peking erwartet. (Foto: picture alliance/dpa/AP)TeilenFolgen auf:
US-Präsident Trump betont vor seiner Reise nach China das gute Verhältnis zu Staatschef Xi. Dabei unterstützt das Land den Iran wirtschaftlich. Trump steht unter starkem Druck, den Krieg zu beenden – er will aber gleichzeitig die Beziehung zu China nicht verschlechtern.
Kurz vor seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat US-Präsident Donald Trump die Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf den Iran-Krieg heruntergespielt. Der chinesische Staatsführer habe seine Sache ziemlich gut gemacht, sagte Trump auf eine Journalistenfrage nach Chinas Rolle im Iran. „Schauen Sie auf die Seeblockade – keine Probleme“, sagte Trump.
Die USA versuchen, mit einer Seeblockade für Schiffe, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern, den Druck auf die iranische Führung zu erhöhen. Das trifft auch China – das Land ist der mit Abstand wichtigste Abnehmer iranischen Öls. Bislang hat sich China aus dem Konflikt weitgehend herausgehalten.
Allerdings unterstützt China den Iran wirtschaftlich. Das ist ein Knackpunkt im Verhältnis zwischen Washington und Peking. So hatte das US-Finanzministerium zuletzt mehrfach Sanktionen gegen chinesische Firmen verhängt, die den USA zufolge unerlaubten Handel mit dem Iran treiben. Dabei ging es unter anderem um Raffinerien, die Rohöl aus dem Iran verarbeiten.
Trump lobte den chinesischen Präsidenten. Xi sei jemand, mit dem er sehr gut auskomme, sagte er. „Das wird eine sehr spannende Reise. Es werden viele großartige Dinge passieren“, sagte Trump. In Peking sind unter anderem Gespräche mit Präsident Xi und ein Staatsbankett geplant. Auf die Frage, ob Xi im Iran-Krieg hilfreich sein könne, antwortete Trump: „Ich denke, wir brauchen im Iran überhaupt keine Hilfe.“
Trump: „Denke nicht an finanzielle Situation der Amerikaner“
In dem seit über zwei Monaten andauernden Krieg mit dem Iran sind die diplomatischen Bemühungen über ein Friedensabkommen ins Stocken geraten. Trotz der hohen Kosten für den Iran-Krieg, der steigenden Energiepreise und der wachsenden Inflation sieht sich Trump nicht unter Druck, schnell eine Einigung zur Beilegung des Konflikts mit dem Iran zu erzielen.
„Die einzige Sache, die zählt, ist, dass der Iran keine Atomwaffe bekommt“, sagte Trump vor seinem Abflug nach Peking auf die Frage einer Journalistin, ob ihn die wirtschaftliche Lage zu einem Deal motiviere. „Ich denke nicht an die finanzielle Situation der Amerikaner, ich denke an niemanden.“
Auf seiner Reise wird Trump unter anderem von Nvidia-Chef Jensen Huang begleitet. Der Präsident rief Huang persönlich an, nachdem Medien berichtet hatten, er sei nicht eingeladen worden. Auf der ursprünglichen Gästeliste des Weißen Hauses standen unter anderem Tesla-Chef Elon Musk und Apples Chef Tim Cook.
Die späte Einladung deutet darauf hin, dass Nvidias H200-Chips auf der Gipfel-Agenda stehen könnten. Diese wurden bislang nicht nach China verkauft, obwohl die Trump-Regierung im Januar grünes Licht mit Auflagen gegeben hatte. Viele der mitreisenden Unternehmen sehen den Gipfel als politische Öffnung, um regulatorische Hürden in China zu überwinden.