Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Neue ukrainische Taktik führt zu Erfolgen tief in Russland

Aktualisiert am 13.05.2026 – 10:05 UhrLesedauer: 11 Min.

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Rauchwolken über Kursk (Archivbild): Erneut soll es in der Region ukrainische Drohnenangriffe gegeben haben. (Quelle: IMAGO/Administration of the Kursk regi/imago)

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Die Ukraine hat mit einer neuen Taktik Erfolg. Russland hat eine atomwaffenfähige Rakete getestet. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Selenskyj warnt vor weiteren russischen Drohnenangriffen im Tagesverlauf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor weiteren Wellen russischer Drohnenangriffe im Tagesverlauf gewarnt. Es befänden sich mehr als 100 Drohnen im ukrainischen Luftraum, teilt er auf der Online-Plattform X mit. Russland habe seine Taktik geändert und greife zunehmend bei Tageslicht an. „Russland setzt seine Angriffe fort und tut dies dreist – es zielt absichtlich auf unsere Eisenbahninfrastruktur und zivile Einrichtungen in unseren Städten ab“, schrieb Selenskyj.

Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe seit 18 Uhr am Dienstag mit 139 Drohnen angegriffen. Davon seien 111 Drohnen abgeschossen oder unschädlich gemacht worden. Seit Beginn des Krieges vor mehr als vier Jahren hat Russland große Drohnen- und Raketenangriffe zumeist nachts verübt. In den vergangenen Wochen griffen die russischen Streitkräfte jedoch wiederholt auch tagsüber mit Hunderten Drohnen und auch mit Raketen an. Die Regierung in Moskau bestreitet, absichtlich Zivilisten ins Visier zu nehmen.

Ukraine baut Angriffe tief in Russland aus

Die Ukraine hat ihre sogenannten Deep Strikes gegen Ziele tief im russischen Hinterland deutlich ausgeweitet. Nach ARD-Angaben greift Kiew seit Monaten militärische Objekte, Ölraffinerien und Anlagen in Regionen wie Leningrad an – Hunderte Kilometer von der Ukraine entfernt. Militärexperte Wladyslaw Seleznyow sagte dem Sender, Ziel der Kampagne sei die „maximale Schwächung des Offensivpotenzials der russischen Besatzer“.

Dahinter steht eine wachsende Fähigkeit aus eigener Produktion, Aufklärung und koordinierten Angriffen mit großer Reichweite. Lange war die Ukraine dafür auf westliche Partner angewiesen und warb etwa um deutsche „Taurus“-Marschflugkörper. Inzwischen habe sich Kiew in diesem Bereich „eine gewisse Unabhängigkeit“ erarbeitet, sagte Verteidigungsminister Mychajlo Federow in Kiew. „Wir alle haben die Angriffe auf Russland über eine Entfernung von 1.500 Kilometern gesehen. Die Ukraine macht in diesem Bereich ihre Hausaufgaben.“

Die Kampagne zeigt offenbar zunehmend Wirkung. Unabhängigen Analysten zufolge griff die Ukraine Russland allein im März mit rund 7.000 Drohnen an – erstmals mit mehr Drohnen, als Moskau gegen die Ukraine einsetzte. Laut Bloomberg fiel Russlands Rohölverarbeitung auf den niedrigsten Stand seit 2009. Zudem senkte die russische Regierung ihre Wachstumsprognose für 2026 von 1,3 auf 0,4 Prozent.

Trümmer ukrainischer Drohnen lösen Feuer in russischer Gasanlage aus

Trümmer ukrainischer Drohnen lösen nach russischen Angaben ein Feuer in einer Gasaufbereitungsanlage in der südlichen Region Astrachan aus. „Alle feindlichen Fluggeräte wurden entweder abgeschossen oder durch Systeme der elektronischen Kriegsführung neutralisiert“, teilt der örtliche Gouverneur Igor Babuschkin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Herabfallende Trümmer hätten den Brand verursacht. Es gebe keine Opfer, und das Feuer dürfte in wenigen Stunden gelöscht sein. Die Anlage befindet sich in der Nähe des Kaspischen Meeres, rund 1675 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.