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Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Peskow bestätigt Putin-Aussage zu möglichem Kriegsende. Gefechte gehen nach Ablauf der Waffenruhe weiter.
Update, 10:55 Uhr: Die Einfuhren von russischem Flüssigerdgas (LNG) in die EU haben seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor vier Jahren im ersten Quartal einen Höchststand erreicht. Die Empfänger der meisten Importe sind Frankreich, Spanien und Belgien, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der US-Energiedenkfabrik IEEFA hervorgeht. Angetrieben von diesen Ländern stiegen die EU-Importe von russischem LNG im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 6,9 Milliarden Kubikmeter – der höchste Stand seit 2022.
Ein ähnlicher Trend sei bereits im April zu beobachten gewesen, als die EU-Importe von russischem LNG im Vergleich zum Vorjahr erneut um 17 Prozent gestiegen waren, teilte die auf den Energiesektor spezialisierte IEEFA der Nachrichtenagentur AFP mit. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine 2022 hat die EU sich darum bemüht, ihre Abhängigkeit von russischem Gas aus Pipelines zu verringern und Importe von Flüssigerdgas zu diversifizieren. LNG ist verflüssigtes Erdgas, das per Schiff transportiert wird und an Europas Küsten erneut in Gasform umgewandelt in die Netze eingespeist wird.
Update vom 13. Mai, 6:29 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag einen erfolgreichen Test der seit Jahren angekündigten Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat bekanntgegeben. Es handle sich um das „mächtigste Raketensystem der Welt“, sagte Putin nach dem Test. Eine Sarmat-Rakete könne mehr als viermal so schwere Sprengköpfe tragen wie jegliches westliche System und habe eine Reichweite von 35.000 Kilometern. „Bis Jahresende“ werde die Sarmat einsatzbereit sein, fügte der Kreml-Chef an.
Militärparade am Tag des Sieges: Putins Verluste werden in Moskau deutlich
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Sarmat-Raketen können mit mehreren Atomsprengköpfen bewaffnet werden. Putin gab den erfolgreichen Test des Systems wenige Monate nach dem Auslaufen des New-Start-Abkommens bekannt, dem letzten Vertragswerk zwischen Russland und den USA zur Begrenzung ihrer Atomwaffen-Arsenale.
Die Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat ist im Westen auch unter dem Namen „Satan II“ bekannt. Es handelt sich um das erste nach dem Kalten Krieg entwickelte russische Raketensystem, das als „superschwer“ klassifiziert wird. Russland hatte die Einsatzbereitschaft der Sarmat vor Jahren bereits für 2022 angekündigt. In diesem Jahr begann das Land seine großflächige Offensive in der Ukraine.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 19:55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Aufbau einer europäischen Anti-Raketen-Koalition im Ukraine-Krieg vorangetrieben. Bei einem Treffen auf Ebene der nationalen Sicherheitsberater diskutierten Vertreter von 13 Ländern sowie des NATO-Generalsekretariats die Produktion von Abwehrsystemen in Europa. „Wir formen eine Anti-Raketen-Koalition. Das ist etwas, das es wert ist, getan zu werden, und im Moment sind wir näher an einem Ergebnis als je zuvor“, sagte Selenskyj in einer Videoansprache. Die Lage der Ukraine bezeichnete er als die stärkste seit Jahren.
Update, 18:16 Uhr: Außenminister Andrii Sybiha hat im Ukraine-Krieg eine klare rote Linie für mögliche Friedensverhandlungen mit Russland gezogen: Kein Abkommen darf territoriale Zugeständnisse der Ukraine beinhalten. Auf einer Konferenz des Warschauer Thinktanks PISM trat er gemeinsam mit dem polnischen Außenminister Radosław Sikorski auf. „Die Ukraine wird niemals eine Formel, eine Initiative akzeptieren, die auf Kosten unserer territorialen Integrität und Souveränität geht. Unser Ansatz lautet: dort bleiben, wo wir jetzt sind, ein nachhaltiger Waffenstillstand – das wird den Weg für umfassendere Friedensverhandlungen öffnen“, sagte er laut European Pravda.
Soldaten an der Ukraine-Front leiden Hunger
Update, 17:05 Uhr: Im Ukraine-Krieg kämpfen Soldaten an der Front nicht nur gegen den Feind, sondern zunehmend auch gegen den Hunger. Fotos ausgezehrter Kämpfer der 14. mechanisierten Brigade, die Ende April viral gingen, haben in der Ukraine eine Debatte über die katastrophale Versorgungslage ausgelöst – das Verteidigungsministerium leitete eine Untersuchung ein. Anastasia Silchuk, deren Ehemann in der betroffenen Einheit dient, schilderte gegenüber Al Jazeera die Zustände: „Kämpfer fallen vor Hunger in Ohnmacht, sie trinken Regenwasser.“
Update, 16:26 Uhr: Russland kämpft infolge des Ukraine-Kriegs mit wachsenden Engpässen bei der Benzinversorgung. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien haben laut eines Berichts der Moscow Times, die sich auf Daten des Wirtschaftsmediums Kommersant bezieht, dazu geführt, dass die Menge Benzin, die an russischen Börsen gehandelt wird, im Mai um fast sechs Prozent zurückgegangen ist. „Die Nachfrage übersteigt das Angebot um ein Vielfaches – möglicherweise um mehr als das Zehnfache“, sagte ein Insider dem Nachrichtenportal.
Update, 15:01 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland für das Wiederaufflammen der Kämpfe nach dem Auslaufen einer dreitägigen Waffenruhe verantwortlich gemacht. „Russland hat sich dafür entschieden, die teilweise Stille zu beenden, die mehrere Tage geherrscht hat“, schrieb Selenskyj auf X. „Über Nacht sind mehr als 200 Kampfdrohnen Richtung Ukraine gestartet worden.“
Die Ukraine habe angekündigt, dies mit Gleichem zu vergelten. „Russland muss diesen Krieg beenden, und es ist Russland, das Schritte zu einem dauerhaften Waffenstillstand machen muss“, schrieb Selenskyj. Die ukrainische Armee startete in den frühen Morgenstunden ebenfalls Drohnenangriffe auf den russischen Rückraum. Von Samstag bis Montag hatte eine dreitägige Waffenruhe gegolten, die von den USA vermittelt worden war.
Ukraine-Frieden in greifbarer Nähe?
Update, 13:20 Uhr: Die russische Führung hat Äußerungen von Präsident Wladimir Putin bekräftigt, wonach der Ukraine-Krieg kurz vor dem Abschluss stehe. Die jüngsten Entwicklungen im Friedensprozess deuteten darauf hin, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow zu Angaben von Putin, der am Wochenende davon gesprochen hatte, dass der Konflikt sich dem Ende nähere. Russland begrüße die Vermittlungsbemühungen der USA. Der Konflikt könne jederzeit beendet werden, wenn die Ukraine und ihr Präsident Wolodymyr Selenskyj die notwendige Entscheidung träfen, betonte Peskow.
Können sich Selenskyj und Putin auf ein Ende des Ukraine-Kriegs einigen? © © IMAGO / Sven Simon / SymbolbildUkraine-Krieg aktuell: Russland bestätigt Fortgang der Militäroperationen
Update, 12:30 Uhr: Drei Tage herrschte relative Stille im Ukraine-Krieg. Nun schießen beide Seiten wieder. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte jetzt auch offiziell, dass die sogenannte militärische Spezialoperation seit Tagesanbruch fortgesetzt werde. Die Armee habe ukrainische Luftwaffenstützpunkte, Munitions- und Treibstofflager sowie Truppenkonzentrationen an 56 Orten angegriffen. Die ukrainische Armee startete danach in den frühen Morgenstunden ebenfalls Drohnenangriffe auf den russischen Rückraum.
Verluste für Russland
Update, 11.25 Uhr: Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte nach Ende der Waffenruhe etwa 1020 Soldaten verloren. Insgesamt sind demnach bereits mehr als 1,34 Millionen russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Zudem will die Ukraine einen Hubschrauber zerstört haben. Nachfolgend ein Überblick der von Kiew genannten Zahlen. Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen.
- Soldaten: 1.343.050 (+1020 zum Vortag)
- Panzer: 11.926 (+2)
- Artilleriesysteme: 41.935 (+72)
- Mehrfach-Raketenwerfer: 1785 (+2)
- Hubschrauber: 352 (+2)
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Russland hat laut Selesnkyj mit mehr als 200 Drohnen angegriffen
Update, 10:30 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat erste Zahlen zum nächtlichen Großangriff aus Russland gemacht. Demnach hat das russische Militär mehr als 200 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert. „Russland selbst hat beschlossen, das mehrere Tage andauernde teilweise Schweigen zu beenden“, schrieb der ukrainische Präsident auf der Online-Plattform X. Selenskyj bezog sich damit auf die dreitägige Waffenruhe, die von Samstag an galt und inzwischen abgelaufen ist.
Ukraine-Krieg aktuell: Neue Angriffe nach Ende der Feuerpause
Erstmeldung: Nur wenige Stunden nach dem Ende einer befristeten Waffenruhe hat Russland die Ukraine nach Angaben aus Kiew erneut massiv angegriffen. Die ukrainische Luftwaffe meldete in der Nacht Angriffe mit zahlreichen Drohnen auf die Hauptstadt Kiew und weitere Städte wie Saporischschja, Dnipro, Charkiw und Cherson. Auch die Gebiete Sumy im Norden und Mykolajiw im Süden waren demnach betroffen. Die seit Samstag geltende Waffenruhe war in der Nacht ausgelaufen.
Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Hauptstadt seien Drohnentrümmer auf das Dach eines 20-stöckigen Wohnhauses gefallen. Über Verletzte und das Ausmaß der Schäden gab es zunächst keine Informationen. Die Zeitung Kyiv Independent berichtete über Explosionen.
Russischen Stellen zufolge griff die Ukraine nach Mitternacht ebenfalls wieder mit Langstreckendrohnen an. Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugverkehr an mehreren Flughäfen in Zentralrussland eingeschränkt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte. Nach Angaben des Militärs wurden bis zum Morgen 27 ukrainische Drohnen abgefangen. Angaben zu Schäden gab es zunächst nicht.
US-Präsident Donald Trump hatte Kremlchef Wladimir Putin und den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj vergangene Woche um eine dreitägige Waffenruhe gebeten. Beide Seiten verzichteten in dieser Zeit weitgehend auf Luftangriffe. Am Boden berichteten sie aber von vielen Verstößen des Gegners, auf die jeweils reagiert worden sei.
Neue Angriffe im Ukraine-Krieg: Selenskyj bietet Russland Langstreckenwaffenruhe an.
Anlass der Einigung auf eine kurzzeitige Waffenruhe waren die Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Kremlchef Wladimir Putin wollte eine störungsfreie Militärparade in Moskau gewährleisten, die ukrainische Seite vor diesem Hintergrund eine längere Waffenruhe durchsetzen.
Ähnlich war es bereits bei der Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest vor einem Monat. Selenskyj hatte sich bereits vor Ablauf der Waffenruhe auf neue Angriffe eingestellt: „Wir sehen auch, dass Russland nicht beabsichtigt, diesen Krieg zu beenden“, sagte er in einer abendlichen Videobotschaft. „Wir bereiten uns auf neue Angriffe vor, leider.“ Zugleich bot er eine Langstreckenwaffenruhe an. Sollte Russland keine Großangriffe starten, würde die Ukraine im Gegenzug auf Langstreckenangriffe verzichten, sagte er in seiner Ansprache.
Ukraine-Krieg aktuell: Ehemals rechte Hand von Selenskyj unter Geldwäsche-Verdacht
Derweil verdächtigen Antikorruptionsbehörden in der Ukraine den ehemaligen Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, der Geldwäsche. Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) berichteten, eine organisierte Gruppe enttarnt zu haben. Diese soll an der Geldwäsche von umgerechnet fast neun Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt in der Nähe von Kiew beteiligt sein. Jermak soll dieser Gruppe angehören.
Nach Durchsuchungen in seiner Wohnung war Jermak im Zuge eines Korruptionsskandals Ende November vergangenen Jahres zurückgetreten. Er war ein langjähriger Vertrauter von Selenskyj. Er leitete das Präsidentenbüro seit 2020 und galt als zweitwichtigster Mann in der Ukraine. (red)