Ein Flugzeug der Fluggesellschaft TUI, Boeing 737-8K5, in der Luft.

AUDIO: TUI-Chef: Kunden buchen wegen Iran-Krise kurzfristiger (1 Min)

Stand: 13.05.2026 11:43 Uhr

Der Reisekonzern TUI aus Hannover sieht sich trotz vieler weltweiten Krisen gut gewappnet für den Rest des Jahres. Bei den Preisen gibt es je nach Urlaubsregion aber große Unterschiede – vor allem wegen der Iran-Krise.

von Annette Deutskens

Es ist ein Trend, der sich jetzt noch einmal verschärft hat: Kundinnen und Kunden buchen ihre Reisen immer kurzfristiger, oft mit einem Vorlauf von nur wenigen Wochen. Es sei deutlich zu beobachten, dass Reisende zögerten, sich mehrere Monate im Voraus festzulegen, sagt TUI-Chef Sebastian Ebel bei der Vorstellung der Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr. Durch die Iran-Krise seien die Urlaubsregionen zudem sehr unterschiedlich nachgefragt. Hotels in Ländern wie Spanien, Portugal, Italien oder Griechenland seien stark ausgelastet, die Preise dementsprechend teilweise gestiegen.

Iran-Krise kostet TUI 40 Millionen

Schnäppchen dürfte es dagegen in Ländern wie der Türkei, in Ägypten oder auf Zypern geben, dort gebe es noch viele freie Kapazitäten. Einen drohenden Kerosinmangel, wie ihn viele befürchten, sieht Ebel nicht. Andere Länder seien in die Lücke gesprungen, die die Krise im Nahen Osten verursacht habe. Zudem hätten viele Ölraffinerien ihre Produktion hochgefahren. Bei allem Optimismus ist aber auch klar: Die Iran-Krise hat TUI sehr viel Geld gekostet: 40 Millionen Euro musste das Unternehmen in die Hand nehmen, um unter anderem Passagiere von festsitzenden Kreuzfahrtschiffen oder aus Hotels in der Krisenregion zurückzuholen.

Leichte Sonne über der Nordsee.

Spritpreise steigen, Reisen wird teurer. Wir fragen: Was bedeutet das für Ihren Urlaub? Und: Profitieren heimische Urlaubsgebiete?

Verlust im ersten Halbjahr verringert

Dennoch hat TUI im ersten Geschäftshalbjahr weniger Verlust gemacht als im Vergleichszeitraum. Traditionell fällt im Winterhalbjahr saisonbedingt ein Verlust an, während die Menschen im zweiten Halbjahr mehr reisen und dadurch mehr Geld in die TUI-Kasse fließt. Für das laufende Jahr hatte TUI seine Erwartungen bereits im April nach unten korrigiert, eine erneute Korrektur gab es nicht. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn soll weiterhin zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro liegen und damit möglichst nah an das Vorjahresniveau von 1,4 Milliarden Euro herankommen.

KI soll bei TUI an Bedeutung gewinnen

Einiges wird für TUI auch davon abhängen, wie sich der Sommer in Deutschland entwickelt: Kühles, regnerisches Wetter gilt als gut fürs Geschäft. Positive Effekte erhofft sich TUI-Chef Ebel auch vom zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in allen Bereichen des Unternehmens. „Künstliche Intelligenz sehen wir als Chance für die Reise- und Tourismusbranche“, sagt Ebel. „Wir nutzen sie heute schon konzernweit.“ TUI-Reisebüros sollen aber nicht ersetzt werden, so das Versprechen, sondern vielmehr KI in ihre Beratung einbeziehen.

Zapfpistolen für Kraftstoff hängen an einer Tankstelle in der Halterung.

Benzin und Diesel kosten weit über zwei Euro – trotz neuer Preisregeln und Tankrabatts. Auch für Gas und Lebensmittel müssen Verbraucher mehr bezahlen.

Das Kreuzfahrtschiffs "Mein Schiff 5" des Reiseveranstalters TUI im Hafen von Palma.

Je nachdem, wie lange die TUI-Kreuzfahrtschiffe noch in der Golfregion feststecken, müssen weitere Reisen abgesagt werden.

Porträtfoto von Tourismusprofessor Julian Reif.

Für Deutsche sei die Urlaubsreise ein sehr wichtiges Konsumgut. Auch die Motive seien gleich geblieben, sagt Julian Reif vom Deutschen Institut für Tourismusforschung auf NDR Info.