Hantavirus-Ausbruch
Düsseldorfer Uniklinik verlegt Passagierin vom Schiff „Hondius“
13.05.2026 – 12:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Schutzkräfte in Vollschutz verladen eine Patientin in den Krankenwagen (Symbolbild): Eine Passagierin vom Schiff „Hondius“ befindet sich weiter in Quarantäne. (Quelle: Jan Ohmen )
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Eine Passagierin vom Schiff „Hondius“ wird nach Untersuchungen in Düsseldorf in eine Klinik bei ihrem Wohnort gebracht. Symptome zeigt sie bislang nicht.
Die deutsche Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ist aus der Uniklinik Düsseldorf in ein Krankenhaus nahe ihrem Wohnort verlegt worden. Der Transport erfolgte mit einem infektiologisch-gesichertem Fahrzeug am Mittwochmorgen, wie ein Sprecher der Uniklinik mitteilte. Auch am neuen Aufenthaltsort bleiben die Schutzmaßnahmen aufrechterhalten.
Die Frau befindet sich weiterhin in Quarantäne, zeigt aber keine klinischen Anzeichen einer Infektion. Auch umfangreiche virologische Untersuchungen deuteten bisher nicht auf eine Ansteckung hin. Der Erreger ließ sich in den Laborproben nicht nachweisen. Da die Inkubationszeit sehr variabel sei und Symptome erst nach mehreren Wochen auftreten könnten, seien weitere Kontrollen und eine klinische Beobachtung erforderlich, hieß es. Angaben zur Identität der Person und zum Zielkrankenhaus machte die Uniklinik nicht.
Ankunft im Feuerwehr-Konvoi
Nach früheren Angaben niederländischer Behörden handelt es sich um eine 65-jährige Passagierin. Sie war neben zwei erkrankten Besatzungsmitgliedern ausgeflogen worden und kam am späten Abend des 6. Mai 2026 mit einem Konvoi der Feuerwehr aus den Niederlanden in Düsseldorf an. Sie war damit die erste Passagierin, die unter hohen Schutzmaßnahmen nach Deutschland zurückgebracht wurde.
Das Schiff war an einem Sonntag auf Teneriffa eingelaufen. Noch am selben Tag starteten unter strengen Sicherheitsvorkehrungen Sonderflüge, um Passagiere aus 23 Ländern in ihre Heimat zu bringen. In der Nacht zum darauffolgenden Montag kamen vier weitere deutsche Passagiere, die in die Niederlande ausgeflogen worden waren, in der Universitätsmedizin Frankfurt an.
Bisher starben drei Passagiere der „Hondius“, bei denen eine Infektion mit dem Hantavirus-Typ Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hatte berichtet, Experten schätzten das Risiko einer größeren Ausbreitung dieses Virustyps in Europa als gering ein. Das Virus sei nicht leicht übertragbar, und es sei unwahrscheinlich, dass es zu vielen Infektionsfällen oder einem großflächigen Ausbruch in der Bevölkerung komme.
