Auf Yann Sommer war Verlass: Von 2014 bis Ende 2022 hütete er das Tor bei Borussia Mönchengladbach. Als unsere Redaktion die bislang beste Elf des 21. Jahrhunderts suchte, ließ er im Voting sogar Marc-André ter Stegen hinter sich. Auch Inter Mailand weiß die Dienste des Schweizers zu schätzen, mehr als der FC Bayern während Sommers Rückrunden-Intermezzo in München. Doch nach dieser Saison könnte für den 37-Jährigen noch mal ein neues Kapitel anstehen.

Sommers Vertrag in Mailand läuft aus. Zwar wäre Inter einer Verlängerung nicht abgeneigt, nur müsste sich der Keeper womöglich hinter einer neuen Nummer eins einordnen. Die Konstellation weckte Hoffnungen beim FC Basel, wo Sommer vor seiner Gladbacher Zeit prägende Jahre – für ihn wie für den Klub – erlebte. Stammtorwart Marwin Hitz bestreitet am Wochenende das letzte Spiel seiner Karriere.

„Mein Wunschkandidat, wenn ich das als Präsident dieses Klubs sagen darf, ist, dass ein Kollege von mir, der rund 300 Kilometer weg in Mailand ist, mich endlich anruft. Er weiß Bescheid“, sagte Basels Präsident David Degen, der einst bei Borussia eher wenig auf die Beine stellte, im März im vereinseigenen Podcast des FCB. Doch am Dienstag vermeldete die „BZ“: „Das Sommer-Märchen bleibt aus.“

Eine Basler Delegation war nach Mailand gereist, um Sommer zu überzeugen. Aber der beste Schweizer Torwart der Geschichte wolle noch ein, zwei Jahre auf höchstem internationalen Niveau spielen. Inklusive seiner Einsätze für die „Nati“ steht er bei 849 Pflichtspielen im Profibereich. Sommers Ehrgeiz könnte sich für seinen Ex-Verein Borussia als große Hilfe erweisen.

Jonas Omlin: „Super Spieler und super Typ“

Basel-Präsident Degen sagte beinahe im selben Atemzug in seinem Podcast-Interview: „Jonas ist ein super Spieler und ein super Typ, der sicher ein Kandidat bei uns ist.“ Gemeint war Jonas Omlin, der in Gladbach noch bis 2027 unter Vertrag steht und von 2018 bis 2020 für den FCB spielte. Finden zwei Enttäuschte wieder zusammen? Während Basel in der Super League nur Fünfter ist, hat Omlin seit einem Jahr kein Pflichtspiel absolviert, weder für Borussia noch für Bayer 04 Leverkusen, seine Leihstation seit Januar.

In Omlin würde Gladbach einen der verbliebenen Großverdiener von der Gehaltsliste bekommen. Der 32-Jährige hatte einst eine Top-Verhandlungsbasis, als Gladbach schnell einen Sommer-Nachfolger benötigte. Als die Gerüchte um Daniel Batz aufkamen, der ablösefrei von Mainz 05 kommen wird als neuer Vertreter von Moritz Nicolas, hatte Sportchef Rouven Schröder bereits von einer „Kettenreaktion“ gesprochen – ein Omlin-Abgang wäre ein Teil davon.

Geht der Plan auf und schließt sich der Keeper dem FC Basel an, wäre ein kleines Dankeschön nach Mailand oder wohin auch immer fällig. Denn Degen hatte mit Blick auf Sommer und Omlin klargestellt: „Wenn beide zu haben sind, werden wir uns zuerst mit Yann beschäftigen.“