Die Zelte auf dem Oktoberfest werden mit einem bestimmten Vergabesystem zugeteilt. Doch genau dieses stellt der Gastronom Alexander Egger infrage. Seine Bewerbung für die „Schützenlisl“ auf der Oidn Wiesn wurde zuvor abgelehnt. Am Dienstag stellte der Wirt einen Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht, wie zunächst die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtete.
Egger fordert EU-weite Vergabe der Wiesn-Zelte
Egger bewirtete bisher ein kleineres Wiesn-Zelt, die Münchner Stubn. Nun wollte er ein größeres Zelt betreiben, bewarb sich neben der „Schützenlisl“ auch für die traditionsreiche Bräurosl und das Paulaner-Zelt. Dabei ging er allerdings leer aus. Jetzt fordert er, das gesamte Vergabesystem auf den Prüfstand zu bringen. Sein Ziel: Zumindest bei zwei Zelten, dem Anzapfzelt Schottenhamel und dem Paulaner Festzelt, soll sich die Stadt nach europäischem Vergaberecht richten. Damit würden diese Plätze EU-weit ausgeschrieben. Bei den Brauereizelten Bräurosl und Paulaner haben die Brauereien derzeit das Vorschlagsrecht für den Wirt.
Einige Wirte-Kollegen stellen sich dem entgegen. Der zweite Wirtesprecher Christian Schottenhamel sagte dazu: „Die Vergabepraxis hat sich seit Jahrzehnten bewährt und ist ein Garant dafür, dass die Wiesn nach wie vor ein Ort ist, an dem unser bayerisches Brauchtum gepflegt und unsere Traditionen hochgehalten werden.“ Sein Zelt ist seit 1867 in Familienhand. Traditionell wird darin das Oktoberfest offiziell vom Oberbürgermeister eröffnet.

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Die Zeltvergabe auf der traditionelleren Oidn Wiesn ist jetzt ein Fall für das Gericht.
Foto: Stefan Puchner, dpa (Archivbild)
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Die Zeltvergabe auf der traditionelleren Oidn Wiesn ist jetzt ein Fall für das Gericht.
Foto: Stefan Puchner, dpa (Archivbild)
Die Diskussion um die EU-weite Vergabe stieß auf Kritik. Es formte sich eine Bürgerinitiative „Rettet die Wiesn“, in der die Unterstützenden fordern, dass das Vergabeverfahren nicht verändert wird und das Brauchtum „geschützt“ wird. Eine EU-weite Ausschreibung sehen die Unterzeichner als Gefahr für die Kultur des bayerischen Bierfestes.
Vergabekammer Südbayern prüft Wiesn-Zelt-Zuteilung
Wirt Egger konterte daraufhin: „Die Wiesn muss nicht gerettet werden. Aber mehr Chancengleichheit, um an ihrer Tradition partizipieren zu können, würde ihr guttun.“ Ihm liege nichts ferner, als diesem einzigartigen Kulturgut zu schaden. „Wettbewerb schafft ein günstiges Oktoberfest für alle Besucher, ohne jede Einbuße an Tradition“, so Egger. Er wolle „ein großes Wiesnzelt mit Qualität und Güte“. Sein „Münchner Stubn-Festzelt“ sei stets im Sinne des bayerischen Volksfestcharakters geführt worden.
Und er hat einen Widerspruch ausgemacht: „Das Oktoberfest wird international als Symbol bayerischer Lebensfreude, Gastfreundschaft und Tradition wahrgenommen. Gleichzeitig ist ausgerechnet die Vergabe der großen Festzelte für Außenstehende nur begrenzt transparent und demokratisch nachvollziehbar.“
Die Vergabekammer Südbayern werde sich am 19. Mai in einer mündlichen Verhandlung damit beschäftigen, bestätigte ein Behördensprecher Informationen der SZ. Der Termin sei aber nicht öffentlich. Die Vergabekammer ist zuständig, wenn Betroffene die Vergabe öffentlicher Aufträge überprüfen lassen wollen.