Mehrere Jugendliche haben einen mutmaßlich Pädophilen in ein Waldstück in Augsburg gelockt und ihn angegriffen. Vor dem Amtsgericht Augsburg mussten sich die fünf Teenager nun verantworten.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich die Jugendlichen im Mai 2025 als sogenannte „Pedo-Hunters“ zusammenschlossen, um pädophile Täter per Chat aufzuspüren. Dem Chatpartner versprach einer der „Pädophilen-Jäger“ Geschlechtsverkehr – und auf diese Weise lockte die Gruppe den Mann in das Waldstück in Augsburg.
Jugendliche schlagen mit Waffen und Notenständer auf Mann ein
Im Wald umringten die Angeklagten den Mann und filmten ihn mit ihren Smartphones. Ein Angeklagter hielt dem Opfer eine täuschend echt aussehende Anscheins-Pistole an den Kopf, während die anderen Angeklagten – unter anderem bewaffnet mit Machete, Butterflymesser, Schlagring und einem Notenständer aus Metall – ihm seine persönlichen Gegenstände abnahmen. Im Anschluss schlugen die Jugendlichen mit den mitgebrachten Gegenständen auf ihr Opfer ein und forderten den Mann unter weiteren Schlägen auf, noch eine Stunde im Wald zu bleiben. Letztendlich wurde ein Spaziergänger auf die Schreie aufmerksam und die Angeklagten flohen.
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Einer der Jugendlichen brach später in die Wohnung des Mannes ein und entwendete eine Box mit Tabak. Auf dem Handy des Jugendlichen fanden die Ermittler nach der Festnahme kinderpornographische Bilder.
Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt
Weil die Angeklagten noch nicht volljährig sind, fand der Prozess nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Gericht verhängte Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und sechs Monaten und einem Jahr und zehn Monaten. Drei der Angeklagten zahlten nach Gerichtsangaben insgesamt 850 Euro Schmerzensgeld an das Opfer. Als Bewährungsauflage müssen die Jugendlichen unter anderem jeweils 64 bis 80 Stunden gemeinnützige Hilfsdienste leisten.
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az