Der Maler, Radierer und Modelleur Sebastian Habenschaden, geboren 1813 in München, ist bekannt durch seine Tierfiguren, zu sehen unter anderem im Porzellan-Museum und im Bayerischen Nationalmuseum in München, sowie für seine Landschaftsgemälde, verewigt in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung oder dem British Museum in London. Bekannt ist ebenfalls, dass Habenschaden gerne in Pullach verweilte. Kein Wunder, liegt die Gemeinde doch südlich der bayerischen Landeshauptstadt malerisch am Isarhochufer.

So scheint es nur konsequent, dass Habenschaden nach seinem Tod 1868 dem Münchner Künstlerunterstützungsverein eine erkleckliche Summe Geldes vermachte unter der Bedingung, jedes Jahr im Mai für ihn eine Messe lesen zu lassen, sowie in Pullach ein Fest mit Musik und Tanz auszurichten. Dieses Fest ging als „Habenschadenfeier“ in die Geschichte der Kunstschaffenden rund um München ein. 1869 fand die erste Feier beim „Rabenwirt“ in Pullach statt.

Von 1875 an gestaltete die „Gesellige Vereinigung bildender Künstler Münchens“ die Feier mit, die, wie Archivfotos nahelegen, Schauplatz einiger beeindruckender Aufführungen wurde. Ihren Höhepunkt fand die „Habenschadenfeier“ zur Zeit des Jugendstils um die Jahrhundertwende. So veranstalteten die Künstler im Jahr 1894, anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Unterstützungsvereins, neben Musik und Tanz ein Ritterfestspiel mit zahlreichen Kostümgruppen an der benachbarten Burg Schwaneck.

Der Maler und Bildhauer Sebastian Habenschaden (1813 bis  1868) liebte Pullach. Ihm zu Ehren wurde dort ab 1896 jährlich das „Habenschadenfest“ ausgerichtet, das die „Gesellige Vereinigung bildender Künstler Münchens“ nun wieder aufleben lässt.Der Maler und Bildhauer Sebastian Habenschaden (1813 bis  1868) liebte Pullach. Ihm zu Ehren wurde dort ab 1896 jährlich das „Habenschadenfest“ ausgerichtet, das die „Gesellige Vereinigung bildender Künstler Münchens“ nun wieder aufleben lässt. Archiv Gesellige Vereinigung bildender Künstler Münchens

Danach jedoch unterbrachen die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg die Tradition jäh. Trotz einiger Versuche konnte das Zusammenkommen auch in den 1950er-Jahren nicht erfolgreich wiederbelebt werden. Doch das soll sich nun ändern: In diesem Jahr richtet der Verein Gesellige Vereinigung bildender Künstler Münchens erstmals nach Jahrzehnten wieder eine Habenschadenfeier aus, und das auch noch am historischen Ort. Am kommenden Wochenende, 16. und 17. Mai, soll der Rabenwirt in Pullach wie in alten Zeiten wieder zum Treffpunkt für Kunst, Kultur und Geselligkeit werden.

Das Plakat Habenschadenfeier 2026 ist dem Jugendstil nachempfunden.Das Plakat Habenschadenfeier 2026 ist dem Jugendstil nachempfunden. Ricarda Blank

Unterstützt wird die Vereinigung, die vergangenes Jahr ihr 150. Gründungsjubiläum feierte, dabei von der heutigen Rabenwirtin Sibylla Abenteuer, dem Pullacher Geschichtsforum sowie der Rennaissance-Tanzgruppe Circulus Saltans Puelach. Das Programm orientiert sich am historischen Vorbild und umfasst neben einem Salut an Sebastian Habenschaden Musik- und Tanzvorführungen verschiedener Genres, eine Kunstausstellung sowie Workshops, bei denen die Teilnehmenden selbst kreativ werden können.

Nähere Informationen bietet die Vereinigung auf ihrer Website www.gesellige-kuenstler-muenchen.de.