Eine Woche nach der Einlieferung ins Düsseldorfer Uniklinikum zeigt eine deutsche Kontaktperson des deutschen Todesopfers bei dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ weiter keine Infektionsanzeichen. Die 65-Jährige wurde begleitet von angemessenen „Schutzmaßnahmen“ in ein heimatnahes Krankenhaus verlegt, wie die Düsseldorfer Uniklinik am Mittwoch mitteilte. In welches Krankenhaus die Frau gebracht wurde, wurde nicht mitgeteilt.
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Die Frau zeige „nach wie vor keine klinischen Zeichen einer Infektion“, erklärte die Düsseldorfer Uniklinik. Auch die Ergebnisse „umfangreicher virologischer Untersuchungen“ deuteten bisher nicht auf eine Infektion hin. „Der Erreger konnte in den Laboruntersuchungen nicht nachgewiesen werden“, hieß es weiter. Die Kontaktperson war am Mittwoch vergangener Woche im Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praia von Bord der „Hondius“ geholt und nach Deutschland geflogen worden.
Wegen der variablen Inkubationszeit des Virus von bis zu sechs Wochen seien aber „weitere Kontrollen und klinische Beobachtung erforderlich“, fügte die Klinik hinzu. Entsprechend würden auch in dem nun betreuenden Krankenhaus „adäquate Schutzmaßnahmen“ ergriffen.
Am Sonntag und Montag folgte dann schließlich vor der spanischen Kanareninsel Teneriffa die Evakuierung aller übrigen Passagiere der „Hondius“ und eines Teils der Besatzung. Zu den rund 120 Evakuierten gehörten auch vier Deutsche. Drei Betroffene aus Baden-Württemberg, Berlin und Sachsen wurden in häusliche Quarantäne gebracht, ein vierter betroffener Mensch wurde zur Beobachtung in eine Münchner Klinik eingeliefert. Alle vier waren nach Behördenangaben vom Dienstag symptomfrei.
Eine französische Passagierin, die ebenfalls von der „Hondius“ evakuiert worden war, ist schwer erkrankt. Die Betroffene leide unter der „schwersten Form“ des von südamerikanischen Hantaviren verursachten kardiopulmonalen Syndroms, sagte der Infektiologe Xavier Lescure vom Bichat-Krankenhaus in Paris am Dienstag. Die Frau, die über 65 Jahre alt ist und Vorerkrankungen hat, musste demnach an eine künstliche Lunge auf der Intensivstation angeschlossen werden.
Die erkrankte Frau und vier weitere französische Passagiere waren unmittelbar nach ihrer Ankunft in Paris am Samstag isoliert worden. Am Sonntag verschlechterte sich der Zustand der Frau und sie wurde positiv auf das Hantavirus getestet. Die vier anderen Franzosen sind weiterhin negativ und es geht ihnen gut, wie Gesundheitsministerin Stéphanie Rist sagte.
An Bord der „Hondius“ war es während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen. Drei Passagiere starben: ein niederländisches Ehepaar und eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus des Typs Andesvirus nachgewiesen, beim dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich.
Bei insgesamt sieben weiteren inzwischen evakuierten Insassen der „Hondius“ wurde das Virus laut WHO bestätigt, bei einem weiteren Fall gilt eine Infektion als „wahrscheinlich“.
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Mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder hatten am Sonntag und Montag das Kreuzfahrtschiff verlassen und von Teneriffa aus mit Sondermaschinen die Heimreise angetreten. Wie die niederländischen Behörden am Dienstag bekannt gaben, wurden alle 26 Passagiere des ersten Evakuierungsflugs am Sonntag mittlerweile negativ auf das Virus getestet. Später waren noch zwei weitere Flugzeuge mit insgesamt 28 Evakuierten in den Niederlanden gelandet. (AFP/dpa)