Abermals sind am vergangenen Wochenende zwei Filialen der Kaffee-Kette LAP Coffee in Berlin Ziel mutmaßlich politisch motivierter Attacken geworden. Die Berliner Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigungen an den Cafés am Boxhagener Platz in Friedrichshain und am Rosenthaler Platz in Mitte, wie ein Behördensprecher dem Tagesspiegel bestätigte.
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Auf der Plattform Indymedia, die regelmäßig zur Veröffentlichung linksextremer Schreiben genutzt wird, bekannten sich Unbekannte am Montagabend zu den Attacken. Die Ermittler beim Staatsschutz hielten das Schreiben nach erster Einschätzung für authentisch, sagte Sprecher weiter.
„Am Wochenende haben zwei LAP Filialen Besuch bekommen“, schreiben die Verfasser. Man habe den Standort am Boxhagener Platz mit Steinen und Farbe „verschönert“, den am Rosenthaler Platz mit Farbe „um dekoriert [sic]“ und dort die Botschaft „verpisst euch“ hinterlassen.
Verfasser drohen mit weiterem Angriff
Zudem drohen sie mit einem noch heftigeren Angriff am Boxhagener Platz: „Diesmal hat die Scheibe einen Sprung, beim nächsten Mal wird sie komplett weg sein“.
Die Kaffeekatte LAP – kurz für „Life Among People“ – wurde im Jahr 2023 gegründet. Sie expandiert schnell und betreibt nach eigenen Angaben 22 Standorte in Berlin. Die Cafés werben vor allem mit vergleichsweise niedrigen Preisen. Möglich sind diese unter anderem, weil die Filialen klein sind, wenige Sitzplätze bieten und auf Kaffeevollautomaten setzen.
Genau an diesem Geschäftskonzept stören sich die Verfasser des Schreibens offenbar. Die Kette wolle „expandieren und so mächtig werden wie Starbucks“, heißt es dort. LAP werde von Investoren unterstützt, denen es um Profitgier und Ausbeutung gehe. Daher wolle man die Kette aus der Stadt vertreiben.
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Bereits im Oktober hatten Unbekannte mehrere LAP-Standorte in Berlin mit roter Farbe beschmiert. Zudem wird seit geraumer Zeit mit einer Plakatkampagne gegen die Kette mobilisiert. „Diese Leute projizieren ihre eigenen Probleme, die sie mit der modernen Welt haben, auf LAP und nutzen unsere Filialen als Ventil, weil diese beliebt sind und ihnen dadurch Aufmerksamkeit verschaffen“, sagte LAP-Gründer Ralph Hage nach den Angriffen im Oktober.