Bei dem Münchner Kunstfestival „Various Others“ sind ab dieser Woche auch die wichtigsten Ausstellungshäuser der Stadt mit an Bord. Ein Überblick

Die Gegenwart zu durchleuchten und Brechungen zu erzeugen – darum geht es in vielen der Ausstellungen, die die Münchener Institutionen zu „Various Others“ zeigen. Die Pinakothek der Moderne nimmt den Begriff der Reflexion dabei im wörtlichen wie im übertragenen Sinn ernst: als optisches Phänomen, als Form des Nachdenkens und als Mittel künstlerischen Ausdrucks. Als Gemeinschaftsprojekt der vier Museen der Pinakothek der Moderne bringt die Ausstellung „Reflexion“ 100 Positionen aus den Bereichen bildende Kunst, Architektur, Grafik und Design zusammen, darunter Isa Genzken, Ludwig Mies van der Rohe, Piet Zwart und Ettore Sottsass.

Glas entfaltet seine volle Wirkung erst im Spiel mit dem Licht. Das Material ist allen Arbeiten der 50 internationalen Künstlerinnen und Künstler gemein, die anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens in der Alexander-Tutsek-Stiftung ausstellen. Zu sehen sind Werke von unter anderen Monica Bonvicini, Tony Cragg und Laure Prouvost, die die Vielfalt des Materials sichtbar machen.

Jetzt öffnet die Villa Stuck nach der Sanierung wieder ihre Pforten – und das gleich mit vier Ausstellungen: Schimmernde Aluminiumtafeln und mit Farbe getränkte Marmorplatten prägen die Skulpturen von Philipp Messner. Mit einer eigens für den Atelierbau der Villa Stuck geschaffenen Installation, einem „Haus im Haus“, reagiert er auf die Räume an der Prinzregentenstraße. Mit „Damenporträt à la japonaise“ kehrt zudem das gleichnamige Gemälde Franz von Stucks dank einer Schenkung an seinen Entstehungsort zurück. Die in Berlin lebende Künstlerin Ilit Azoulay filmt mit einer Makrokamera kleinste Details. Für „No Single View“ recherchierte sie zur Geschichte der Villa Stuck sowie der Menschen, die mit dem Haus verbunden sind. Die vierte Ausstellung, „Zehn Leben“, ist vor dem Hintergrund der aktuellen Migrationsdebatten zu lesen: Delschad Numan Khorschid und Jan-Hendrik Pelz beschäftigen sich in ihren Gemälden, Fotos, Skulpturen und Texten mit traumatischen Fluchterinnerungen.