Im Herzzentrum Duisburg ist erstmals erfolgreich ein kabelloser Herzschrittmacher implantiert worden. Den Eingriff führte Dr. Hamdi Elfarra, Leitender Oberarzt der Klinik für Herzchirurgie und Kinderherzchirurgie sowie Leiter des Bereichs Rhythmuschirurgie unter Chefarzt Prof. Dr. Jochen Börgermann, mit seinem Team durch. Das teilte das Herzzentrum nun mit, die Einrichtung gehört zum Evangelischen Klinikum Niederrhein.
Die Patientin hatte bereits vor zwei Jahren einen Herzschrittmacher erhalten, nachdem ihr Herz nicht mehr im richtigen Rhythmus geschlagen hat. Später traten jedoch Komplikationen auf. Im Bereich des Implantats entwickelte sich etwa eine Infektion. Außerdem war eine Vene unter dem Schlüsselbein verschlossen, über die normalerweise neue Elektroden zum Herz geschoben werden. Eine OP mit einem klassischen Schrittmachersystem war deshalb bei der Patientin nur eingeschränkt möglich.
Schrittmacher wird über die Leiste eingesetzt
Das Behandlungsteam aus der Duisburger Klinik entschied sich daher für ein kabelloses System. Im Unterschied zu herkömmlichen Herzschrittmachern braucht das weder Elektroden noch ein Aggregat unter der Haut. Statt über den Brustbereich wird das kleine System minimalinvasiv über die Leiste direkt im Herzen eingesetzt.
„Mit dieser Technologie können wir gerade in komplexen Fällen eine schonende Alternative anbieten“, sagt Dr. Elfarra. „Insbesondere wenn klassische Zugangswege nicht mehr zur Verfügung stehen, eröffnet sie neue Möglichkeiten in der Behandlung.“
Geräte sind deutlich kleiner als herkömmliche Modelle
Herzschrittmacher werden generell eingesetzt, wenn das Herz zu langsam oder zu unregelmäßig schlägt. Die kleinen Geräte senden elektrische Impulse aus und sorgen so dafür, dass das Herz im richtigen Rhythmus arbeitet. Kabellose Herzschrittmacher gelten als vergleichsweise neue Technologie. Sie sind deutlich kleiner als herkömmliche Systeme und werden ohne Elektroden direkt im Herzen platziert.
Mit dem Eingriff erweitert das Herzzentrum Duisburg sein Behandlungsspektrum nach eigenen Angaben um eine Option für Patienten, bei denen herkömmliche Verfahren nicht mehr infrage kommen.