Erneut sind Berliner Filialen der Kaffeehauskette LAP Coffee Ziel von Angriffen geworden. Nach Sachbeschädigungen in Friedrichshain und Mitte sind auf linksextremen Plattformen Bekennerschreiben veröffentlicht worden. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts hält die Schreiben nach einem Bericht des „rbb“ für authentisch.
Einem auf der Plattform „Indymedia“ veröffentlichten Schreiben nach wurde eine Filiale am Boxhagener Platz in Friedrichshain mit Steinen und Farbe attackiert. In dem Schreiben heißt es: „Diesmal hat die Scheibe einen Sprung, beim nächsten Mal wird sie komplett weg sein.“ Zudem sei eine weitere Filiale in Mitte mit Farbe beschmiert worden. Dort hinterließen die Täter laut Schreiben den Schriftzug „verpisst euch“ an der Fassade.
Die Berliner Polizei bestätigte die Sachbeschädigung gegenüber der Berliner Morgenpost in Friedrichshain und Mitte. Die Ermittlungen führt der Staatsschutz.
LAP Coffee wächst rasant – und wird zunehmend zur Zielscheibe
In dem Bekennerschreiben werfen die Verfasser dem Unternehmen vor, „minderwertigen Kaffee zu exorbitant hohen Preisen“ zu verkaufen sowie „Ausbeutung von Mensch und Umwelt“ zu betreiben. Tatsächlich steht LAP Coffee seit längerem in Teilen der Berliner Kaffeeszene in der Kritik – allerdings aus anderen Gründen. Vor allem kleinere, unabhängige Cafés beklagen den starken Expansionskurs der Kette und deren aggressive Preisstrategie.
LAP Coffee ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und betreibt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 20 Filialen in Berlin. Hinter dem Unternehmen stehen Akteure aus der Start-up- und Tech-Szene, darunter der frühere Delivery-Hero-Manager Ralph Hage.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Angriffe auf Standorte der Kette gegeben. Anfang April tauchte auf „Indymedia“ ein Video auf, das eine Farbattacke auf eine Filiale in Kreuzberg zeigen soll. Gegenüber der „taz“ sprach Unternehmenschef Hage bereits Ende vergangenen Jahres von „50 Fällen von Angriffen und Vandalismus“.
Serie mutmaßlich linksextremer Angriffe in Berlin: Auch Rewe-Markt betroffen
Die Attacken auf LAP Coffee reihen sich in eine Serie mutmaßlich linksextrem motivierter Aktionen gegen Unternehmen und Infrastruktur in Berlin und Brandenburg ein. Dazu zählen Brandanschläge auf Stromanlagen, Sabotageakte sowie Angriffe auf Privatunternehmen.
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Auch ein Rewe-Markt in Prenzlauer Berg war zuletzt betroffen, wie der „rbb“ zuerst berichtet. Ende April zerstörten Unbekannte laut einem weiteren Bekennerschreiben auf der Plattform Kontrapolis Scheiben einer Filiale in der Schönhauser Allee „mit Hammer und Steinen“. Die Täter begründeten die Tat mit Kritik an neuer Überwachungs- und Kassentechnik des Unternehmens.

In dem Schreiben wird behauptet, der Markt diene als „Testlabor“ für neue Systeme zur Kundenerkennung. Kritisiert wird insbesondere die Verarbeitung personenbezogener Daten.