
Stand: 13.05.2026 16:55 Uhr
Eine 27-Jährige aus Beuchte (Landkreis Wolfenbüttel) muss wegen versuchten Mordes in Haft. Sie habe ihren früheren Ehemann mit Ameisensäure attackiert, zeigte sich die Kammer am Landgericht Braunschweig überzeugt.
Die Kammer verhängte für die 27-Jährige am Mittwoch zwölf Jahre Haft. Ausschlaggebend war aus ihrer Sicht die Heimtücke der Tat: Die Frau habe im November 2025 ihren damaligen Ehemann überraschend die ätzende Flüssigkeit ins Gesicht geschüttet, als dieser im Keller gerade einen Kindersitz reparierte, so das Gericht. Auch habe sie zuvor im Internet gesundheitliche Folgen des Kontakts mit Ameisensäure recherchiert. Strafmindernd wirkte sich demnach aus, dass die 27-Jährige den Notruf wählte und die Tat schlussendlich nicht vollendete. Hintergrund war laut Gericht eine bevorstehende Trennung des Ehepaars.
Opfer erhält Schmerzensgeld
Das Opfer erhält 250.000 Euro Schmerzensgeld, entschied das Gericht. Der Mann wird voraussichtlich nie wieder richtig sehen können. Er hat wegen der Attacke außerdem mehrere Hauttransplantationen hinter sich, wie vor Gericht deutlich wurde. Es handele sich zwar um keine kurze Freiheitsstrafe, es sei aber nicht das erhoffte Urteil, sagte der Anwalt des Angegriffenen. Er prüft nun eine Revision, Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben sich diesbezüglich noch nicht geäußert.

Die Anklage wirft ihr versuchten Mord vor. Der Mann ist seit der mutmaßlichen Attacke im Landkreis Wolfenbüttel blind.

Die Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Mord aus. Das Paar aus dem Landkreis Wolfenbüttel hat zwei kleine Kinder.