Abdul Qahar Balkhi, der außenpolitische Sprecher der Taliban, wird laut Angaben von EU-Vertretern voraussichtlich im Juni eine Delegation nach Brüssel leiten, um Gespräche über Migration zu führen.

Die Europäische Kommission bestätigte am Dienstag, dass sie ein Einladungsschreiben an die „de facto“-Behörden Afghanistans geschickt habe, und bestätigte damit die Berichterstattung von Euractiv vom vergangenen Monat, wonach die Vorbereitungen für den Besuch im Gange seien.

EXKLUSIV: Brüssel empfängt Taliban zu Gesprächen über Abschiebungen nach Afghanistan

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Balkhi, einer der international engagiertesten Vertreter der Taliban, ist derzeit Leiter der Kommunikationsabteilung im afghanischen Außenministerium. Seit der Rückkehr der Islamisten an die Macht im Jahr 2021 trat er häufig als öffentliches Gesicht und Fürsprecher der Taliban auf und tauschte sich mit ausländischen Medien und internationalen Gesprächspartnern über Themen aus, die von Sanktionen über Migration bis hin zu humanitärer Hilfe reichten.

Euractiv berichtete zuvor, dass die Gespräche auf EU-Ebene auf Betreiben des belgischen Migrationsministeriums und auf Einladung der Kommission sowie der schwedischen Regierung koordiniert werden.

Das Treffen soll in Brüssel stattfinden und Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Auswärtigen Dienstes sowie ausgewählter nationaler Verwaltungen einbeziehen.

Die Europäische Kommission gesteht, die Taliban nach Brüssel einladen zu wollen

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Ein Sprecher bestätigte am Montag, dass die Einladung gemeinsam von der Generaldirektion Migration und Inneres (GD HOME) der Kommission und dem schwedischen Justizministerium ausgesprochen worden sei.

Nach Angaben von Beamten, die mit den Vorbereitungen vertraut sind, werden die Gespräche rein technischer Natur bleiben und keine offizielle politische Vertretung umfassen, um den Anschein einer formellen Anerkennung der Taliban-Regierung zu vermeiden.

Die Treffen sollen an einem neutralen Ort in der belgischen Hauptstadt stattfinden, beispielsweise in einem Hotel oder einem Konferenzzentrum, und nicht in offiziellen EU-Räumlichkeiten.

Die Kommission wurde um eine Stellungnahme gebeten.

(bw)