TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Washington – Der favorisierte Kandidat von US-Präsident Donald Trump für den Chefposten der Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, ist vom Senat bestätigt worden. Die Mehrheit der Senatoren sprach sich für den früheren Fed-Gouverneur aus – er ist damit bald der mächtigste Geld-Chef der Welt!

Der Senat in Washington billigte die Nominierung Warshs nach wochenlangen Anhörungen am Mittwoch mit 54 zu 45 Stimmen. Warsh folgt damit dem langjährigen Fed-Chef Jerome Powell (73) nach, den Trump seit seinem erneuten Amtsantritt auf beispiellose Weise unter Druck gesetzt hatte.

Wird der Neue für Trump die Zinsen senken?

Trump forderte nämlich seit Monaten auf sehr aggressive (und oft beleidigende) Weise, dass Powell die Zinsen senkt, um die Aktienkurse steigen zu lassen. Powell beharrte aber auf die Unabhängigkeit der Notenbank und führte Inflationsrisiken an, sollte er der Forderung des Präsidenten nachkommen und die Zinsen vorschnell senken. Trump ließ die Fehde so weit eskalieren, dass gegen Powell sogar ermittelt wird – vorgeblich wegen einer zu teuren Renovierung des Fed-Sitzes.

Von Trump als Feind markiert: der bisherige Fed-Chef Jerome Powell

Von Trump als Feind markiert: der bisherige Fed-Chef Jerome Powell

Foto: ZUMAPRESS.com/Avalon

Der neue Mann an der Spitze, so die Befürchtung vieler Geld-Experten, könnte Trumps Forderungen leichter nachkommen. Allerdings betonte dieser vor dem Bankenausschuss des US-Senats immer wieder, er sei keine Marionette des US-Präsidenten.

Warsh erbt Inflationssorgen wegen des Iran-Kriegs

Powell verlässt die Notenbank aber nicht ganz, sondern bleibt Gouverneur im Board – dem Expertenrat, der über die Geldpolitik entscheidet. Diesen ungewöhnlichen Schritt, den noch kein Ex-Fed-Chef seit ihrer Gründung 1913 unternommen hatte, mache das wegen der Angriffe auf die Institution, sagt er.

Das Mandat der US-Notenbank sieht vor, dass sie Vollbeschäftigung fördert und für stabile Preise sorgt. Dabei strebt sie mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Ein Ziel, das es derzeit verfehlt: Durch den Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges stieg die Teuerungsrate im April um 3,8 Prozent.