Kurz vor dem Referendum über eine Hamburger Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 ruften die Veranstalter des Schanzenfests zum Protest auf. Die Organisatoren warnen vor Verdrängung, Überwachung und Kostenrisiken in ihrem Viertel.
Für die Organisatoren des Schanzenfests ist die Sache klar. In ihrer Ankündigung schreiben sie: „Wir sagen aus vielen weiteren Gründen frühzeitig Nein zu Olympia.“ Das gelte „nicht nur zur Austragung, sondern auch zum gesamten Bewerbungsprozess, der teuer, ungewiss und völlig unnötig ist“.
Schanzenfest eine Woche vor Olympia-Abstimmung
Am 31. Mai – eine Woche nach dem Schanzenfest – stimmen die Hamburger darüber ab, ob sich die Stadt als Austragungsort für die Olympischen Spiele bewerben soll. Hamburg konkurriert dabei mit Berlin, München und Rhein-Ruhr mit Köln als Metropole.
Besonders scharf kritisieren sie die Werbekampagne der Olympia-Befürworter. Diese verspreche „barrierefreien Nahverkehr und Gehwege, mehr Wohnungen und sogar dickere Brötchen“. Die Gegenfrage der Gegner: „Wieso zum Teufel sollten wir eigentlich auf Barrierefreiheit und Wohnungen bis 2036, 2040 oder gar 2044 warten?“
Sorge vor Sicherheitsmaßnahmen und Kosten
Die größte Sorge der Organisatoren sind die möglichen Sicherheitsmaßnahmen in der Innenstadt. Nach dem Hamburger Konzept liegen 20 der 33 geplanten Wettkampfstätten direkt im Stadtgebiet, 17 davon in einem Radius von sieben Kilometern rund um das Heiligengeistfeld. Was die Befürworter als „Spiele der kurzen Wege“ bewerben, bedeute für die Anwohner aus Sicht der Gegner „wochenlange Polizeieinsätze, Hochsicherheitszonen, Kontrollen, Aufenthaltsverbote, Kameras, Hubschrauber- und Drohneneinsätze“.
Auch finanziell halten die Olympia-Gegner die Bewerbung für riskant. Belastbare Zahlen fehlten, heißt es in der Erklärung.
Protest über Referendum hinaus
Die Organisatoren kündigen ihren Protest bereits über das Referendum hinaus an: Sollte Hamburg den Zuschlag erhalten, wollen sie auch zur Eröffnungsfeier der Spiele 2036, 2040 oder 2044 ein Schanzenfest veranstalten. „Olympische Spiele wird es in Hamburg nicht ohne uns und Proteste geben“, schreiben sie.
Das Schanzenfest findet in diesem Jahr am 23. Mai in der gesamten Bartelsstraße statt, zusätzlich wird die Susannenstraße bis Rosenhof abgesperrt. Gefeiert und protestiert wird außerdem in der Schanzenstraße bis zum Kreisel und in der Ludwigstraße bis zur Sternstraße. Der Aufbau beginnt um 9 Uhr. Das Fest soll unkommerziell und selbstorganisiert bleiben.
Politische Kundgebungen auf dem Schanzenfest
Im Veranstaltungszelt in der Ludwigstraße geht es um 15.30 Uhr um die Sternbrücke. Um 17 Uhr folgt dann die Veranstaltung „Olympia: Ein Alptraum für die Anwohner*innen?“ mit NOlympia Hamburg.
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Auf der Bühne in der Schanzenstraße beginnt das Programm um 14 Uhr. Um 15 Uhr ist eine Kundgebung mit mehreren Stadtteilinitiativen geplant, um 16.30 Uhr folgt eine Kundgebung unter dem Motto „Nein zu olympischen Spielen“. Danach spielen unter anderem Re:Wollte, Fun total, Strunk, Kem Trail, Jesus Skins sowie MCE + L-Sura.
