Schlechte Nachrichten aus Deutschland: Der Autoindustrie droht nach Einschätzung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) bis 2035 der Verlust von rund 225.000 Arbeitsplätzen. VDA-Präsidentin Hildegard Müller sprach im Redaktionsnetzwerk Deutschland von einer «gravierenden und anhaltenden Standortkrise» in Deutschland und Europa. Besonders betroffen seien Zulieferbetriebe, da mit dem Übergang vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität zahlreiche klassische Industriearbeitsplätze wegfielen.

Hauke-Christian Dittrich/DPA/Keystone

Lackkontrolle im Volkswagen-Werk Emden (Symbolbild)

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Die neuen Berechnungen des Branchenverbands liegen nochmals deutlich über bisherigen Prognosen. Laut Müller könnten rund 35.000 Stellen mehr wegfallen als bislang erwartet. Als Ursachen nennt der VDA hohe Energiepreise, steigende Lohnkosten, hohe Steuern und Abgaben sowie «überbordende Bürokratie». Die Rahmenbedingungen verschlechterten sich «zusehends», warnte die Verbandschefin.

Parallel dazu setzt Mercedes-Benz seinen Rückzug aus dem eigenen Autohandel fort. Der Konzern verkauft seine Niederlassung Berlin-Brandenburg mit sieben Standorten an die britische Investorengruppe Global Auto Holdings. Betroffen sind fünf Autohäuser in Berlin und zwei in Brandenburg mit insgesamt mehr als 1100 Beschäftigten. Die Übernahme soll vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung bis Ende Jahr abgeschlossen werden.

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Der Verkauf ist Teil eines umfassenden Umbaus des Vertriebsnetzes. Bereits 2024 hatte Mercedes angekündigt, sich schrittweise von zahlreichen konzerneigenen Autohäusern in Deutschland zu trennen. Insgesamt waren damals rund 8000 Beschäftigte in etwa achtzig Betrieben betroffen. Nach Protesten der Arbeitnehmer einigte sich der Konzern mit dem Gesamtbetriebsrat auf Eckpunkte für Betriebsübergänge an neue Eigentümer.

Auch andere Hersteller und Beteiligungsgesellschaften stehen unter Druck. Die Porsche SE meldete für das erste Quartal 2026 einen Verlust von 923 Millionen Euro. Ursache war eine milliardenschwere Abschreibung auf die Beteiligung an Volkswagen. Vorstandschef Hans Dieter Pötsch erklärte, die «lange Zeit gutfunktionierenden Geschäftsmodelle» müssten an neue Marktbedingungen angepasst werden.