„Wir sind Opfer und keine Täter!“ – diesen Spruch brüllten rund 500 Menschen bei einer Demo am 7. Mai durch die Innenstadt von Gelsenkirchen-Buer. Der Frust, die Enttäuschung der Sparkassen-Kunden und das unsichere Gefühl sind groß und haben sich über Monate aufgestaut.

Es wird vermutet, dass sich unter dem Diebesgut im Tresorraum auch Schwarzgeld, Clan-Vermögen oder unversteuerte Gelder befanden. Die Betroffenen wehren sich gegen diese Unterstellungen. Auch Siegrid D. kann immer noch nicht fassen, was da in den letzten Monaten passiert ist.

📌 Infos zur Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer

  • Großer Finanzdienstleister der Region: Die Sparkasse Gelsenkirchen hat eine Bilanzsumme von rund 3,8 Milliarden Euro und ist das marktführende Kreditinstitut in ihrem Geschäftsgebiet.
  • Zentraler Standort in Buer: Das Kundencenter Buer befindet sich an der Nienhofstraße 1–5 in 45894 Gelsenkirchen und zählt zu den wichtigsten Filialen im Gelsenkirchener Norden.
  • Lange Beratungszeiten: Kundinnen und Kunden können dort nach Terminvereinbarung montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr Beratung erhalten; die Servicezeiten wurden 2026 wieder erweitert.

Sparkassen-Einbruch erwischt Rentnerin eiskalt

„Ich bin gerade aus dem Urlaub gekommen, als ich davon erfahren habe“, berichtet Siegrid D. gegenüber DER WESTEN. Da die 65-Jährige in unmittelbarer Nähe wohnt, konnte sie sich selbst einen Eindruck von dem riesigen Loch in dem Tresorraum verschaffen. Ihr gesamtes Erspartes von rund 30.000 Euro sei komplett weg.

„Da muss ja irgendwas mit dem Sicherheitssystem schiefgelaufen sein, sonst kann sowas doch nicht passieren“, will sie wissen. Nach Stand der Ermittlungen sind die Täter über die benachbarte Tiefgarage ins Gebäude gelangt. Anschließend bohrten sie sich mit einem großen Spezial-Kernbohrer durch eine massive Stahlbetonwand in den Tresorbereich – und das offenbar über Stunden vollkommen unbemerkt. Sparkassen-Vorstandschef Michael Klotz betonte öffentlich, die Filiale habe dem „anerkannten Stand der Technik“ entsprochen.

Betroffene wünschen sich mehr Anteilnahme

Aber wie geht es nun weiter? Das wüsste die Rentnerin auch gerne, doch bislang scheitere es an der Kommunikation mit der Sparkasse. Nach dem Vorfall habe sie in den vergangenen fünf Monaten insgesamt zwei Nachrichten bekommen. „Ich bin sehr enttäuscht. Von der Sparkasse kommt einfach nichts“, wird sie deutlich.

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In einem Video auf Social Media betonte Klotz sein Mitgefühl und dass er um eine schnelle Aufklärung bemüht sei. Doch seine Worte erreichten Siegrid D. nie, sie hat eigenen Angaben zufolge kein Instagram und Co. „Ich wünsche mir ein persönliches Gespräch und dass wir mehr Informationen bekommen.“

Anfang Juni werden sich die Verantwortlichen der Sparkassen-Filiale auf jeden Fall vor dem Landgericht Essen verantworten müssen. Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann verklagt das Geldinstitut zusammen mit zwei Mandanten auf Schadensersatz. Der Jurist stärkte den Betroffenen vor Ort den Rücken und machte eine Kampfansage: „Zur Not verklagen wir sie in Grund und Boden!“

Und Siegrid D. ist nicht die Einzige, für die der Urlaub mit einem Schock endete. Auch die zweifache Mutter Aysun B. musste ihren Urlaub in der Türkei vorzeitig abbrechen.