Der Gregory-Ain-Bungalow in Berlin zeigt, wie sich ikonischer Mid-Century-Modernismus zeitgemäß und feinfühlig weiterdenken lässt.
Zwischen US-Erbe und Berliner Gegenwart: 1956 brachte eine ganze Siedlung den Geist der kalifornischen „Case Study Houses“ ins Nachkriegs-Berlin. Inmitten dieses geschützten Ensembles wurde nun einer der ikonischen Bungalows akribisch saniert, der die Vision seines Architekten Gregory Ain mit heutigen Lebensansprüchen verbindet. Auf einem 1500 Quadratmeter großen Parkgrundstück treffen die charakteristischen Pastelltöne und die horizontale Offenheit des Entwurfs auf neue, maßgefertigte Einbauten aus zertifiziertem Teakholz und ein Pool-Ensemble, das den „American Way of Life“ in die Gegenwart übersetzt. Ein Rundgang durch 188 Quadratmeter Wohnfläche, die konsequent zwischen Denkmalschutz und moderner Materialität vermitteln.

California Love! Das Denkmalamt genehmigte den neuen, zehn mal vier Meter großen Pool. Er ist natürlich beheizbar – denn nur die Fifties-Formen kamen aus Amerika nach Berlin, nicht jedoch das Westküsten-Klima. Die Terrasse entstand, wie alle Wege ums Haus, aus bauzeittypischen Solnhofer Platten. Eine Bewässerungsanlage hält die Rasenfläche saftig grün.
Nate CookKalifornische Moderne im Nachkriegs-Berlin
Sie brachten eine kalifornisch erwärmte Moderne ins graue Nachkriegs-Westberlin, diese 30 Bungalows, deren Grundrisse dem damaligen American Way of Life verpflichtet waren – und es bis heute geblieben sind. Zu den Bewohner:innen der neuen Dahlemer „Housing Area“ zählten einst ranghohe amerikanische Militärs, die dort mit ihren Familien lebten. Den Teich im Mittelpunkt ihrer neuen Dahlemer „Housing Area“ tauften die Bewohnenden duck pond . Enten schwimmen hier noch immer, während die Weiden, Pappeln, Birken und Ahornbäume rundherum inzwischen erwachsen geworden sind und eine feine Parkanlage inmitten des Hufeisens aus Fifties-Bauten bilden.