Man stelle sich vor: 600.000 Trump-Fans freuen sich auf ein neues, goldenes Smartphone mit amerikanischer Flagge auf der Rückseite. Und dann passiert … nichts.

Im Juni 2025 verkündeten die Söhne des Präsidenten, Eric und Donald Trump Junior, im New Yorker Trump Tower, dass sie ein neues Smartphone herausbringen werden. „Stolz amerikanisch“ sollte es sein. Entworfen als patriotische Alternative zu Apple und Samsung. Der Preis: 499 Dollar.

Mit einer Anzahlung von 100 Dollar kam man auf die Warteliste. Rund 60 Millionen Dollar sammelten die Trump-Söhne für das Projekt. Fast ein Jahr später hat keiner das Gerät bekommen. Klingt nach Betrug, oder?

Das „T1 Phone“ sollte ursprünglich im August 2025 ausgeliefert werden. Dann im Herbst. Dann irgendwann später. Der offizielle Liefertermin wurde mehrfach verschoben, bis es schlicht keinen mehr gab.

FILE PHOTO: Donald Trump Jr. and Eric Trump pose for pictures outside the Nasdaq building after ringing the opening bell to celebrate the closing of ALT5’s $1.5 billion offering and adoption of its $WLFI Treasury Strategy at the Nasdaq Market, in New York City, U.S., August 13, 2025. REUTERS/Eduardo Munoz/File Photo 60 Millionen US-Dollar Anzahlung nahmen Eric (l.) und Donald Trump Jr. ein.

© REUTERS/Eduardo Munoz

Frühe Werbebilder zeigten ein Gerät, das zunächst einem iPhone, dann einem Samsung ähnelte. Es sollte mit dem Tarif von Trump Mobile kompatibel sein – für 47,45 US-Dollar pro Monat, in Anspielung auf Donald Trumps Präsidentschaften.

Versprochen wurden ein stabiles 5G-Netz, unbegrenzte Gesprächsminuten, SMS und Datenvolumen, Telemedizin-Dienste und Pannenhilfe sowie weltweite Auslandsgespräche.

Das ursprüngliche Versprechen, das Telefon werde ausschließlich in den USA hergestellt, verschwand still und leise kurz nach der Ankündigung. Geblieben ist die Formulierung, es sei „mit amerikanischen Werten im Sinn entworfen“. Was immer das heutzutage bedeuten mag.

Demokratische Abgeordnete forderten Untersuchung

Zwar hat es im März zumindest die entsprechenden Zertifizierungen erhalten, die jedes Smartphone benötigt, bevor es in Nordamerika verkauft werden darf. Doch seit April befindet sich auf der Website von Trump Mobile ein bemerkenswerter Satz im Kleingedruckten: „No Guarantee of Release, Delivery or Timing“, heißt es da. Und weiter: Das Unternehmen garantiere nicht, dass das Gerät jemals kommerziell auf den Markt komme. 

Die Zweifel am Erscheinen des Gerätes sind nicht neu. Schon im Januar 2026 forderten Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts und zehn weitere Demokraten aus House und Senate die Handelsbehörde FTC in einem Brief auf, Trump Mobile wegen möglicher Verstöße gegen das Verbraucherschutzrecht zu untersuchen.

Konkret ging es um sogenannte Bait-and-Switch-Taktiken, bei denen zunächst ein teures Produkt versprochen, dann ein billiges verkauft wird, einschließlich irreführender Werbung mit dem „Made in USA“-Versprechen.

Die Abgeordneten fragten auch, ob die FTC mit dem Weißen Haus über das Projekt gesprochen habe – ein unverhohlener Hinweis auf mangelnde Unabhängigkeit der Behörde.

„Die Reaktion der FTC auf mögliche Verstöße durch Trump Mobile wird ein entscheidender Test für ihre Unabhängigkeit sein“, heißt es in dem Schreiben. Auch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom meldete sich zu Wort und bezeichnete das T1-Projekt schlicht als „FRAUD“, also Schwindel.

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Bisher ist nichts passiert. Es wird sogar weiter für einen Platz auf der Warteliste geworben – immerhin mit dem Hinweis, dass die Anzahlung auf Wunsch erstattet werden könne.

Unter dem einzigen Video auf dem Social-Media-Profil von „Trumpmobile“ häufen sich inzwischen die Kommentare. Viele Käufer möchten einfach nur wissen: „Wo bleibt mein Handy?“