Der Wupperverband macht sich Sorgen über die Verbreitung der Quaggamuschel. Sie breitet sich in Deutschland aus, bislang wurde sie in den Gewässern des Wuppergebietes allerdings noch nicht nachgewiesen. Der Verband will sich allerdings darauf vorbereiten, da die Muschel in anderen Talsperren bereits gefunden wurde. „Die Prävention der weiteren Ausbreitung ist die wichtigste Maßnahme zum Schutz der Gewässer“, erläutert Verbandssprecherin Susanne Fischer. „Durch die Fachabteilung Limnologie des Wupperverbands werden in diesem Jahr Untersuchungen zur Früherkennung der Muschelart durchgeführt.“
Die Quaggamuschel ist eine invasive gebietsfremde Art und gehört wie die ebenfalls gebietsfremde Zebramuschel zu den Dreikantmuscheln. Invasive Arten können sich in neuen Lebensräumen rasant vermehren, einheimische Arten verdrängen und hohe Kosten durch Nutzungseinschränkungen und das Risiko der Verbreitung von Krankheiten zur Folge haben.
Die Quaggamuschel stammt aus dem Schwarzmeerraum. Seit einigen Jahren ist sie aber auch in europäischen Gewässern wie dem Bodensee etabliert und wurde bereits im Sauerland nachgewiesen. Sie vermehrt sich besonders stark und kann extrem hohe Bestandsdichten bilden.
Da die Quaggamuschel große Mengen an Plankton aus dem Wasser filtriert, wird anderen planktonfressenden Gewässerorganismen wie einigen Fischen die Nahrungsgrundlage entzogen. Das hat erhebliche Folgen für das ökologische Gleichgewicht. Die Muscheln können zudem technische Anlagen besiedeln und beispielsweise Entnahmevorrichtungen und Rohrleitungen verstopfen, was hohe Kosten zur Folge hat. Sobald sich die Muschel einmal im System etabliert hat, ist die Bekämpfung höchst aufwendig und kostenintensiv. Für Menschen ist die Muschel ungefährlich, auch die Trinkwasserqualität wird nicht beeinträchtigt.
Freizeitgäste an den Talsperren im Wuppergebiet können selber einen Beitrag dazu leisten, dass die Muschel sich nicht in der Region verbreitet. Dies betrifft insbesondere die Brauchwassertalsperren, an denen viele Freizeitaktivitäten stattfinden: Wupper-, Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre. „Sämtliches Freizeitequipment, das in Gewässern verwendet wird (wie Boote, SUPs, Angel- und Tauchausrüstung), sollte gründlich gereinigt und vor erneuter Benutzung vollständig getrocknet werden“, erklärt Susanne Fischer. „Das gilt vor allem, wenn das Equipment in unterschiedlichen Gewässern verwendet wird.“
Bei der Reinigung sollen folgende Punkte berücksichtigt werden:
● vollständige Entfernung von Bilgen-/Restwasser und Entleerung wassergefüllter Behältnisse
● gründliche Reinigung möglichst mit heißem Wasser (Empfehlung: mindestens 60 Grad Celsius)
● keine Reinigung in unmittelbarer Gewässernähe
● vollständige Trocknung über längere Dauer vor erneuter Benutzung (Empfehlung: einige Tage).