
AUDIO: Mit Beatles-Platten im Gepäck: Callum Linnane kommt ans Hamburg Ballett (3 Min)
Stand: 13.05.2026 18:52 Uhr
Der australische Star-Tänzer Callum Linnane wird ab der Spielzeit 2026/27 Erster Solist beim Hamburg Ballett. Er kommt vom Australian Ballet, wo er seit 2022 als Principal Dancer engagiert war. John Neumeier hatte ihn bereits 2016 für eine Rolle engagiert.
30 Jahre alt, in der australischen Küstenstadt Townsville geboren, mit 12 schon in der Ballettschule und später mit steiler Karriere beim „Australian Ballet“ in Sydney. „Ausnahmetänzer“, „Ballettstar“ – das ist das, was man über ihn liest. Jetzt kommt Callum Linnane also vom anderen Ende der Welt nach Hamburg.
Großer Beatles-Fan
„Vielleicht ist das Erste, was ich als Kind über Hamburg gehört habe, das die Beatles hier aufgetreten sind – ich bin nämlich ein totaler Beatles-Fan“, sagt Linnane. Seine Plattensammlung – mit Jazz, Bob Dylan und natürlich den Beatles – gehört dann auch in das Reisegepäck auf dem Weg in seine neue Heimat. Und zwei gerahmte Fotos von seinen Eltern.
Schon vor Spielzeit-Start in Hamburg zu sehen
Vor seinem offiziellen Start beim Hamburg Ballett in der nächsten Spielzeit ist Callum Linnane zwei Mal als „Nijinsky“ auf der Bühne der Staatsoper zu sehen. Wohl eine der wichtigsten Choreografien von Ballettikone John Neumeier. Die Hauptrolle ist tänzerisch herausfordernd. Aber er fühle sich gut vorbereitet, so Linnane. Schließlich sei das Stück auch vor 26 Jahren hier entstanden.

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Einige, die damals dabei waren, sind heute noch da, wie Sascha Riabko, Ivan Urban oder Lloyd Riggins, der aktuelle künstlerischen Direktor vom Hamburg Ballett. Mit ihm probt Callum an diesem Vormittag. „Ich habe versucht, so viele Informationen wie möglich aufzusaugen – natürlich bin ich nervös, aber auch voller Vorfreude“, erklärt der Tänzer.
Von John Neumeier gefördert
Callum Linnane trägt ein John Neumeier T-Shirt. Gekauft in Tokio, bei einer Vorstellung von der „Kameliendame“. Er ist Fan, das zeigt und sagt er. Der berühmte Choreograf hatte ihn 2016 für die Vorstellungen von „Nijinsky“ in Australien ausgewählt. Seine erste Hauptrolle: „Meine Karriere wäre wahrscheinlich anders verlaufen, wenn das nicht passiert wäre, er war einer der ersten Menschen, die etwas in mir gesehen haben, als ich jung war“, sagt Linnane.
Die Stadt und das Publikum bereits ins Herz geschlossen
Zehn Jahre später kommt der 30-Jährige also jetzt ganz nach Hamburg. Sein Repertoire ist inzwischen vielfältig. Im Tänzerkörper abrufbar sind klassische und zeitgenössische Stücke, Christopher Wheeldon, John Cranko, William Forsythe, Balanchine, John Neumeier – all die Tanzsprachen dieser großen Choreografen. Die Kollegen und Kolleginnen hätten ihn herzlich aufgenommen, sagt er.

An der Hamburgischen Staatsoper hat es eine besondere Ballett-Premiere gegeben: Vier Stücke von vier Choreografen – jedes eine Welt für sich.
Und das Hamburger Publikum habe ihn auch ganz schön beeindruckt. An einem unspektakulären Mittwoch Abend in der Staatsoper bei John Neumeiers „Weihnachtsoratorium“. Mit Standing Ovations und vielen „Curtain Calls“, bei denen das Hamburg Ballett immer wieder bejubelt wurde. „Ich erinnere mich noch, dass ich gedacht habe: Es muss so toll sein, für dieses Publikum zu tanzen. Es sieht so aus, als ob sie ihre Compagnie lieben und sie wirklich schätzen“, erzählt Linnane.
Hamburg sei so grün mit seinen vielen Parks, darauf freue er sich – und auf viel Kultur. Sein neuer Chef, Lloyd Riggins, freut sich ebenfalls auf Callum Linnane. Er passe gut zum Hamburg Ballett, spreche die gleiche Sprache, sei offen, neugierig, erfahren. Und die nächste Hauptrolle wartet schon. Welche, dazu wird aber erstmal geschwiegen.

Seit dem Eklat um Demis Volpi im letzten Sommer ist das Hamburger Ballett ohne Intendant. Die Suche nach einer Nachfolge läuft.

Das Team der Oper hat das Programm für die Spielzeit 2026/2027 an der Ausweichspielstätte in Bahrenfeld vorgestellt.

Das Hamburg Ballett ist weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus bekannt. John Neumeier machte es mit weltweiten Gastspielen zu einem festen Bestandteil der internationalen Ballettszene.