im Bild v.l.: Tim Schreiber SG Dynamo Dresden 01, Vincent Vermeij SG Dynamo Dresden 09, Lukas Boeder SG Dynamo Dresden 29, Alexander Rossipal SG Dynamo Dresden 19, Friedrich Mueller SG Dynamo Dresden 42, Jonas Sterner SG Dynamo Dresden 32, Kofi Amoako SG Dynamo Dresden 06, Daniel Mesenhoeler SG Dynamo Dresden 37, vor dem K-Block nach Abpfiff, feiernd, jubelnd.

Stand: 13.05.2026 • 20:32 Uhr

Showdown im Tabellenkeller: Dynamo Dresden hat den Klassenerhalt weiter in der eigenen Hand. Vor dem Heimspiel gegen Holstein Kiel wächst die Spannung rund um den letzten Spieltag der 2. Bundesliga – und den Abschied des Kapitäns.

Die Feierlichkeiten am vergangenen Wochenende blieben im Lager von Dynamo Dresden aus. Mit dem 1:2 gegen Eintracht Braunschweig verpasste die Elf von Thomas Stamm den vorzeitigen Klassenerhalt – ein Punkt hätte bereits gereicht. Stattdessen steuert die 2. Bundesliga auf einen echten Krimi am letzten Spieltag zu. Gleich sechs Teams kämpfen noch darum, den Relegationsplatz oder den direkten Abstieg zu vermeiden.

Vincent Vermeij (Dresden), Kevin Ehlers (Eintracht Braunschweig) und Lukas Boeder (Dresden)

Vor ausverkauftem Haus steht Dynamo nun das wichtigste Spiel der Saison bevor. Die Ausgangslage ist dabei vergleichsweise komfortabel: Mit einem Heimsieg gegen Holstein Kiel hätte die SGD den Klassenerhalt sicher – direkt absteigen können die Elbestädter nicht mehr. Im schlimmsten Fall droht die Relegation. „Das ist ja schon mal ein grober Erfolg“, sagte Dynamo-Verteidiger Lukas Boeder. „Wir sind in die Rückrunde gegangen als Letzter. Dementsprechend haben wir den direkten Abstieg schon mal weggeschoben.“

Viele Szenarien – ein Ziel

Von Nervosität will in Dresden dennoch niemand sprechen. Die Konzentration gilt ausschließlich der eigenen Aufgabe. Die zahlreichen möglichen Konstellationen im Tabellenkeller interessieren Boeder dabei nicht. „Ich kenne nicht alle Konstellationen“, gibt der Innenverteidiger zu. „Wir müssen unseren Job erledigen, dann können wir den Rest komplett weglassen.“ Dass mit Kiel ein Gegner wartet, für den es tabellarisch um nichts mehr geht, sieht Boeder nicht als Vorteil. Die Norddeutschen hätten „in den letzten Wochen ordentlich gepunktet“. Deshalb gelte: „Wir sollten sie nicht unterschätzen.“

Ständige Rotation in der Innenverteidigung

Personell musste Dynamo zuletzt vor allem in der Innenverteidigung immer wieder umbauen. Verletzungen sorgten regelmäßig für Veränderungen in der Viererkette. Ein Problem für die entscheidende Saisonphase sieht Boeder darin aber nicht. „Es ist nicht optimal“, lässt er durchblicken. „Aber wir spielen jetzt schon alle eine Weile zusammen.“ Deshalb seien es „keine Umstände, die uns nicht erlauben würden, Spiele zu gewinnen.“

Die angespannte Ausgangslage beschäftigt auch Niklas Hauptmann. Der Mittelfeldspieler ist allerdings vor allem erleichtert, überhaupt dabei sein zu können. „Ich war jetzt einige Wochen unterwegs mit den vier Gelben Karten“, gab der 29-Jährige zum Besten. „Glücklicherweise bin ich durchgekommen.“ Bei einer weiteren Verwarnung hätte Hauptmann das entscheidende Saisonspiel verpasst. Mit Kiel verbindet ihn zudem eine persönliche Vergangenheit. Ein Jahr spielte Hauptmann selbst an der Förde. „Ja, ich hatte ein schönes Jahr in Kiel. Aber das spielt für mich keine Rolle am Sonntag“, sagte er. „Der Fokus liegt nur darauf, den Klassenerhalt zu schaffen.“ Deshalb wolle sich die Mannschaft auch nicht zu intensiv mit den Ergebnissen der Konkurrenz beschäftigen. „Wir wissen um die ganzen Szenarien. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass du dich damit gar nicht so sehr beschäftigst.“

Stefan Kutschke (Dynamo Dresden)

Für zusätzliche Emotionalität sorgt das letzte Spiel von Kapitän Stefan Kutschke im Dynamo-Triko. „Hundertprozentig“, blickt Hauptmann auf einen möglichen erfolgreichen Saisonabschluss. „Stefan hat den größtmöglichen und bestmöglichen Abschied verdient.“ Kutschke habe „in den letzten Jahren hier viel geleistet und viel geschultert“. Der Klassenerhalt wäre für ihn „ein schöner Abschluss“.

sbo

Mitteldeutscher Rundfunk