Stand: 13.05.2026 20:13 Uhr

Das Notpflegeangebot für Obdachlose am Hamburger Hauptbahnhof wurde bislang durch die Deutsche Fernsehlotterie und einem dafür gegründeten Förderverein finanziert. Bis Ende des Jahres springt das Hamburger Spendenparlament ein.

Seit drei Jahren versorgt ein Team aus vier Pflegekräften in der Bahnhofsmission fünf Tage die Woche akute und chronische Wunden obdachloser Menschen und hilft bei der Körperpflege. Das alles ohne Anmeldung und auch ohne Krankenversicherung. „Wir haben mit dem Angebot eine Lücke im Hilfesystem geschlossen“, so Axel Mangat, Geschäftsführer des Trägers Hoffnungsorte und ehemaliger Leiter der Bahnhofsmission. „Wir konnten vielen Menschen in dieser prekären Lage helfen. Ich glaube, dass wir damit zur Erleichterung des Hilfesystems eine große Unterstützung getragen haben.“

Wie wird das Projekt langfristig finanziert?

Das Modellprojekt wurde bis Ende April durch die Deutsche Fernsehlotterie und einem eigens dafür gegründeten Förderverein finanziert. Bis Ende des Jahres springt das Hamburger Spendenparlament ein und finanziert das Projekt mit 80.000 Euro gemeinsam mit dem Förderverein. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. Man sei in guten Gesprächen mit der Sozialbehörde, sagt Mangat. Er ist überzeugt, es brauche weitere Pflegeangebote für Obdachlose in der Stadt.

Erneut zelten Obdachlose wieder unter der Hamburger Kennedybruecke.

Bis März sind laut Sozialbehörde 27 obdachlose Menschen gestorben. Sozialverbände kritisieren, dass die Zählweise umgestellt wurde.