• Ergebnisse einer Umfrage zur Sanierung des Stadtteilzentrums Blumenthal wurden von Wissenschaftlern der Uni Bremen ausgewertet; sie liefern Grundlagen für Vergleiche mit anderen Städten.
  • Die Mehrheit der Befragten fühlt sich mit Blumenthal verbunden, bemängelt aber Missstände wie schlechte Radwege, zu wenige soziale Treffs, unsichere Bereiche nachts, Müll und Lärm.
  • Demnächst finden Interviews mit bestimmten Gruppen statt, jeweils im Quartierstreff, Kapitän-Dallmann-Straße 18, ab 15 Uhr bzw. für Ältere ab 10.30 Uhr; Anmeldung unter 0421/21868862.

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. Die Umfrage lief mehrere Monate, jetzt haben Wissenschaftler der Uni Bremen sie ausgewertet: Sie wollten von Blumenthalern erfahren, wie es sich im Stadtteilzentrum lebt, ob sie sich mit ihm identifizieren und was sie sich von dessen Sanierung erhoffen – als erster Teil einer Analyse, die es so für ein Bremer Stadtgebiet noch nicht gegeben hat. Die Forscher wollen herausfinden, ob Stadtumbauprogramme wirklich die Situation von Menschen vor Ort verbessern. Darum werden sie das Millionenvorhaben in Blumenthal noch zwei Jahre lang begleiten.

Justus Tönnies sagt es gleich: Die Ergebnisse, die er an diesem Dienstagabend den Blumenthaler Beiratsfraktionen vorstellen will, sind Grundlagen-Ergebnisse. Sie sollen die Basis für Vergleiche bilden – auch Vergleiche mit anderen Sanierungsgebieten in anderen Städten und mit Stadtteilen, in denen es keine Stadtumbauprojekte gibt. Tönnies arbeitet für das Institut für Public Health und Pflegeforschung an der Bremer Uni. Er leitet das Projekt, bei dem es einerseits um eine Analyse des Zentrums und andererseits um eine Evaluation des Entwicklungskonzepts der Stadt geht, mit dem sie den alten Ortskern voranbringen will.

Tönnies und ein Team von Wissenschaftlern wollen ausloten, inwieweit beim Umbau der früheren Geschäftsstraße und der Quartiere drumherum drei Aspekte berücksichtigt werden – Gesundheit, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit. 8087 Blumenthaler sind von den Forschern angeschrieben worden, 838 haben am Ende auf die Fragen geantwortet. Macht 6,7 Prozent der Menschen, die im Stadtteilzentrum leben. Und weil mehr Bewohner erreicht werden sollen, plant das Institut der Uni demnächst Interviews, vor allem mit Gruppen, die sie bisher nicht erreicht haben: Erwachsene ab 65 Jahren, junge Männer, Frauen, Mädchen, Migranten.

Die Antworten der Befragten spiegeln das wider, worüber Blumenthaler Politiker immer wieder diskutieren: schlechte Radwege, zu wenige soziale Treffs, unsichere Bereiche, vor allem nachts. Außer Probleme werden aber auch Potenziale benannt. Zum Beispiel, dass die Haltestellen gut erreichbar sind, genauso wie die verbliebenen Geschäfte. Herausgekommen ist aber auch, dass sich die Mehrheit der Blumenthaler mit dem Stadtteil verbunden fühlt, obwohl es vieles gibt, was sie stört. Der Müll in den Quartieren etwa, der Lärm vom Nachbarn, der zunehmende Straßenverkehr.

Festgestellt haben die Wissenschaftler außerdem, dass vielen Menschen die Beteiligung an Prozessen wichtig ist, sie sich aber nur selten beteiligen. Dass die meisten Anwohner nicht wissen, was genau im Zentrum geplant ist, um es zu entwickeln. Und dass sich eine Mehrheit große Impulse für den Ortskern erhofft, wenn der Campus mit fünf Schulen im nahen Kämmerei-Quartier fertig ist. Die Antworten sollen jetzt mit denen aus noch folgenden Umfragen verglichen werden – und eben mit denen aus anderen Sanierungsgebieten und Stadtteilen ohne Umbauprogramm.

Tönnies geht deshalb davon aus, dass er im nächsten Jahr wieder im Beirat berichten wird. Und dass dann Tendenzen erkennbar sein werden, ob die Bewohner des Zentrums tatsächlich von den Projekten des Entwicklungskonzeptes profitieren.

Info

Die Interviews mit Blumenthalern sind für diesen und nächsten Monat geplant: Der erste Termin am 28. Mai richtet sich an Migranten, der zweite am 1. Juni an Menschen über 65 Jahren, der dritte am 2. Juni an Mädchen und Frauen und der vierte am 3. Juni an junge Männer. Die Interviews dauern jeweils 90 Minuten und werden mit 30 Euro vergütet. Veranstaltungsort ist jeweils der Quartierstreff, Kapitän-Dallmann-Straße 18. Fast alle Interviews beginnen ab 15 Uhr, nur die mit den älteren Menschen nicht. Sie starten ab 10.30 Uhr. Anmeldungen werden ab sofort unter der Telefonnummer 0421/21868862 entgegengenommen.

Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.

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