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Raus aus dem Klassenzimmer und rein in den Stall, das ist auf dem Schulbauernhof in Korntal möglich. Bei diesem besonderen Angebot können Schulklassen Landwirtschaft hautnah erleben.

Korntal – Mit Schafen kuscheln, eigene Butter herstellen und mit Kälbern spazieren gehen. All das ist auf dem Schulbauernhof „Zukunftsfelder“ im schwäbischen Korntal möglich. Auf diesem besonderen Bauernhof, der eine Initiative der Diakonie ist, können Schulklassen im Rahmen eines Schullandheims eine Woche lang in dem landwirtschaftlichen Betrieb mitarbeiten.

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Dieser Artikel von Kira Geiss entstand in Kooperation mit epd.

Geleitet wird das Projekt von Ehepaar Abrell, das mit auf dem Hof lebt und gemeinsam mit einem Team ausgebildeter Pädagogen dieses außergewöhnliche Schullandheim ermöglicht.

Raus aus dem Klassenzimmer und rein in den Stall, das ist auf dem Schulbauernhof in Korntal möglich. Bei diesem besonderen Angebot können Schulklassen Landwirtschaft hautnah erleben und Tieren ganz nahekommen.Schulbauernhof. © Kira Geiss

„Jedes Kind darf hier mal an der Zitze melken“, betont Kathrin Abrell und ergänzt lachend: „Bei uns lernen die Schulklassen, dass Kühe braun und nicht lila sind. Und dass Milch aus einem Euter und nicht aus dem Tetrapack kommt.“

Tierprodukte sind nicht Selbstverständliches

Dem Ehepaar ist besonders wichtig, dass die Kinder erfahren, dass Lebensmittel, vor allem Fleisch, nicht selbstverständlich sind. „Egal ob Butter, Eier, Brot, Käse oder Salat, wirklich alles ist auf unseren Feldern gewachsen oder stammt direkt von unseren Tieren“, betont Andreas Abrell.

Er arbeitet seit über 25 Jahren als Landwirt und zeigt den Kindern, wie durch die richtige Schütteltechnik eigene Butter hergestellt werden kann und wie die unterschiedlichen Tiere gepflegt werden müssen. „Uns ist sehr wichtig, den Kindern mitzugeben, dass die Tiere ein wertvolles Geschöpf sind“, erklärt er.

Hühner verstehen: 10 Körpersprache-Signale, die jeder Halter kennen sollteEin weißer Hahn mit gesprenkeltem Schwanz in Großaufnahme. Er ist wütend und schlägt mit den Flügeln.Fotostrecke ansehen

45 Schulklassen besuchen jährlich den Schulbauernhof. Dieses Mal ist eine Schulklasse mit hörgeschädigten Kindern zu Gast. Eine von ihnen ist die 10‑jährige Martha-Elise. Während der Zeit auf dem Hof kann sie den Tieren so nahe kommen wie an keinem anderen Ort.

„Da wir hier jede Woche mit unterschiedlichen Kindern arbeiten, wählen wir unsere Tiere ganz bewusst aus“, erklärt die Landwirtin und betont, dass sie mit Tieren, die nicht liebevoll mit Menschen agieren, nicht arbeiten kann. Deshalb gewöhnt das Ehepaar die Tiere von Geburt an an den menschlichen Kontakt. Für Martha-Elise bedeutet das, dass sie mit einem Huhn auf dem Arm über die Wiese spazieren kann und die Möglichkeit besteht, gemütlich neben einem Schaf im Heu zu sitzen.

Bedrohte Nutztierarten

Auf dem Schulbauernhof hält das Ehepaar Abrell Hühner, Kühe, Schafe, Ziegen und Schweine. Manchmal beherbergen sie auch eine Entenfamilie. Bis auf die Legehennen gehören alle Nutztiere zu bedrohten Tierrassen. „Uns ist wichtig, dass sich hier auf unserem Hof nicht nur Kinder und Menschen wohlfühlen, sondern auch unsere Tiere“, erklärt die Landwirtin.

Gemeinsam mit ihrem Mann achtet sie deshalb bewusst darauf, den Tieren ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Die Motivation des Ehepaars liegt in ihrem christlichen Glauben.