Mit Kunst aus Lateinamerika wartet das Grassi Museum für Angewandte Kunst noch bis zum 27. September 2026 auf. Die Ausstellung „The soul of objects. Angewandte Kunst aus Lateinamerika“ präsentiert mehr als 200 Objekte von 56 Künstlerinnen und Kunsthandwerkern aus 13 Ländern. Die Vielfalt dieser Kunst aus Lateinamerika steht erstmals im Fokus einer großen Ausstellung im deutschsprachigen Raum.
Die Schau ermöglicht einen Überblick auf die lebendige, vielschichtige und heterogene Kunstszene in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Kolumbien, Mexiko, Peru, Paraguay, Uruguay und Venezuela. Dort entstehen Gegenstände nicht in großen Industrien oder durch automatisierte Technologien, sondern in handwerklicher Arbeit.
Gerade diese Spezifik des Handwerks, Dinge mit den eigenen Händen zu schaffen, verleiht den Objekten eine besondere Qualität. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein das Objekt, sondern auch das Wissen, die Erfahrung und die kulturellen Traditionen der Menschen, die an seiner Herstellung beteiligt sind.
Kunstobjekte tragen Essenz der Region in sich
Fragen nach Ressourcen, Arbeit und Konsum werden neu verhandelt – häufig im Wissen um die Praktiken der Vorfahren. Gleichzeitig spiegeln diese Arbeiten einen eindringlichen Appell wider, der aus vielen indigenen Gemeinschaften kommt: den Aufruf, unseren Planeten mit Respekt zu behandeln.
Viele der in der Ausstellung gezeigten Projekte tragen die DNA der Region in sich: Widerstandsfähigkeit, Kreativität und die Fähigkeit, den Mangel als Chance zu begreifen. Sei es durch Recycling, Wiederverwendung und Neuinterpretation von Materialien. Gleichzeitig verfolgen sie soziale und ökologische Ziele. Zahlreiche Initiativen schaffen inklusive Arbeitsstrukturen, stärken lokale Gemeinschaften und sichern Einkommen für
ihre Mitglieder – oft Frauen, die in vielen Familien die Hauptversorgerinnen sind.
Präsentiert werden Arbeiten namhafter indigener Gruppen, bekannter Kunsthandwerker und Künstlerinnen ebenso wie Newcomern ihres Faches. Die ältesten Objekte stammen aus den 1940er Jahren, die neuesten werden heute noch so hergestellt. Die Exponate bestehen häufig aus natürlichen Materialien wie Holz, Pflanzenfasern oder Wolle, aber auch aus Ton und verschiedenen Metallen.
Neben ihrer Funktion als Kleidung, Möbelstücke oder Gefäße tragen sie oft eine spirituelle oder rituelle Bedeutung in sich: Talismane sollen ihre Träger schützen, kleine Figuren Schmerzen lindern, und kunstvoll gestaltete Wandteppiche erzählen von uralten Überlieferungen oder ganz persönlichen, auch heutigen Geschichten.
Die Ausstellung wird von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm begleitet.
Zeit und Ort
7. Mai bis 27. September 2026
Dienstag, Donnerstag bis Sonntag, Feiertage: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr.
Mittwoch: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr.
Grassi Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5-11
04103 Leipzig
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