Esel Gerry versteckt sich in der Scheune, während Sultan schon genüsslich sein zuckerreduziertes Heu kaut. Im Gegensatz zu seinem langohrigen Kompagnon macht ihm der Trubel nichts aus. Auf dem Duisburger Gnadenhof geht es heute rund. Buchstäblich – denn Lara Nickel rollt zusammen mit den anderen Helferinnen und Helfern ein Dutzend Autoreifen über den Hof. Es wird wieder Zeit für einen neuen Tier-Spielplatz.
Neuer Spielplatz für das Pferde- und Eselglück

So soll der Reifen-Spielplatz am Ende aussehen
Eigentlich arbeitet Lara mit behinderten Menschen, studiert außerdem Marketing. Auf dem Gnadenhof wird sie diese Woche zur Bauarbeiterin. Zusammen mit WDR 4 Reporter Bastain Bender. Im Rahmen der Reihe „Heimathelden“ packt er jede Woche bei gemeinnützigen Projekten in NRW mit an. Auf dem Gnadenhof will Heimatheldin Lara eine Hindernistreppe aus den Reifen bauen. Fehlen nur noch zehn Tonnen Sand. Der Gnadenhof finanziert sich ausschließlich über Spenden. Lara hofft auch hier auf Unterstützung.
Krankheit, Verletzung, Gewalt: Alle Tiere haben ihre Geschichte

Lara Nickel kümmert sich fast jeden Tag ehrenamtlich um Gerry und Sultan
Auf dem neuen Spiel- und Sportplatz können sich vor allem Gerry und Sultan austoben. Deren zuckerreduziertes Heu ist kein Zufall – die Esel müssen wegen einer seltenen Hufentzündung, Hufrehe, dringend abnehmen. Sonst kann die Belastung auf dem Huf sogar tödlich enden. Lara sorgt für die richtige Diät und Sport – seit 14 Jahren.
„Ich fand Pferde und Esel schon immer toll. Ich habe gerade im Reitsport allerdings viel Schlechtes gesehen. Da war mir klar: Damit möchte ich nichts zu tun haben.“ Mit zwölf Jahren hat die heute 26-Jährige den Tiergnadenhof entdeckt. Genau hier landen auch ausrangierte Pferde aus dem Leistungssport. Viele haben enormen Druck erlebt. Andere Tiere wurden vor Misshandlung gerettet.
„Ich finde toll, dass ihnen hier nichts abverlangt wird. Hier kann ein Tier einfach Tier sein.“
Lara Nickel, ehrenamtliche Gnadenhof-Mitarbeiterin

Um die 50 Tiere leben auf dem Duisburger Gnadenhof
Ihre Geschichten erlebt die 26-Jährige fast jeden Tag. „Manchmal haben Tiere Angst, wenn man die Hand zu schnell hebt, weil früher viel Gewalt passiert sein muss. Sie haben körperliche Malessen durchs Springreiten oder Galopprennen. Wir sehen das hier und arbeiten damit.“ Für Lara ist es eine Herzensaufgabe.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Interview mit Lara Nickel
- Gespräche mit Gnadenhof-Mitarbeitenden
Sendung: WDR.de, Tiergnadenhof: Was Lara Nickel zur Heimatheldin macht, 12.05.2026, 17:32 Uhr