Erfolg ist auch die verbindende Klammer unserer anderen Tipps. Ein irischer Songwriter, französische Flamencopop-Stars, zwei Frauen mit Dancefloor-Ambitionen – sie alle zählen zu den Größen ihres Fachs. Und was einer Berliner Band (noch) an Reichweite fehlt, macht sie durch Wut und Wucht mehr als wett.
1 Dermot Kennedy
Industriemusik, ich? Der irische Songwriter Dermot Kennedy.
© Silken Weinberg
Was Jan Böhmermann bereits 2017 der deutschen Songwriterszene attestierte, nämlich auf die Algorithmen der Streamingportale ausgerichtete „Industriemusik“ zu produzieren, ist auch im internationalen Maßstab diskutabel.
Denn die Ähnlichkeit des Outputs erfolgreicher zeitgenössischer Songwriter wie Glen Hansard, Rag‘n’Bone Man, Ben Howard oder Dermot Kennedy wäre damit ebenso zu erklären wie mit genrebedingter Stilcharakteristik und gegenseitiger Beeinflussung.
Dennoch ist Dermot Kennedy mit seinem erbaulichen, eindringlich besungenen und von behutsamen Hip-Hop-Beats rhythmisierten Folk-meets-Blue-Eyed-Soul-Pathos ein Meister seines Fachs.
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Der 1991 in einem Vorort von Dublin geborene Musiker lenkt auf Hits wie „Power Over Me“ oder „Outnumbered“ die Emotionen seiner Fans in die richtigen – und damit auch verkaufsfördernden – Bahnen. (wun)
Max-Schmeling-Halle
Am Falkplatz, Prenzlauer Berg, Fr 15.5., 20 Uhr, 70 Euro
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2 Gipsy Kings
Mit der Kraft der zwei Familien: Gipsy Kings.
© Tonino Baliardo
Ob man damals ihre Gassenhauer „Bamboléo“ oder „Volare“, Coverversion des alten Italoschlagers, als unwiderstehlichen Tanzimperativ oder Angriff aufs Anti-Ohrwurm-Immunsystem empfunden hat, ist Geschmackssache.
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Unstrittig ist hingegen, dass die Gipsy Kings in der zweiten Hälfte der Achtziger mit ihrem leutseligen Mix aus Flamenco, katalanischer Rumba und lateinamerikanischer Popmusik eine neue Klangfarbe in die Hitparaden gebracht haben.
Das Weltmusik-Imperium der aus zwei Roma-Familien gebildeten südfranzösischen Band währte zwar nur einige Jahre, hinterließ aber bleibenden Eindruck. (wun)
Astra Kulturhaus
Revaler Str. 99, Friedrichshain, Fr 15.5., 20 Uhr, 70 Euro
3 Kafvka
Wir sind keine Couchpotatoes: Die Berliner Band Kafvka.
© Fernanda Augel
Man würde sich wünschen, der Titel des bekanntesten Songs der Berliner Band Kafvka wäre noch so konsensfähig wie beim Erscheinen im Jahr 2018.
Doch gerade weil der politische Zeitgeist derzeit in die andere Richtung zu schwingen scheint, ist ihre wütende Hymne „Alle hassen Nazis“ umso wichtiger.
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Denn die gemeinschaftsstiftende Kraft ihres von Rage Against The Machine inspirierten Crossover-Indierocks hat vielleicht das Potenzial, die immer noch vorhandene, aber bequem oder ängstlich gewordene Mehrheit vom heimischen Sofa zu reißen. (wun)
Festsaal Kreuzberg
Am Flutgraben 3, Treptow, Fr 15.5., 20 Uhr, 33 Euro
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4 Bosse
Sympathischer Schluffi: Bosse.
© Christoph Eisenmenger
Als „stabil“ verstehen Duden und Jugendsprache eine Person, die sich nicht verbiegen lässt. Die für eine Sache einsteht.
Dass diese Definition auf den 46-jährigen Axel Bosse aus Braunschweig zutrifft, überrascht nur auf den ersten Blick: Als er 2005 mit dem Album „Kamikazeherz“ debütierte, wirkte Aki, so sein Spitzname, genau so schluffig und verpeilt wie 20 Jahre später.
Wie ein labiler, dabei sympathischer Nerd, der wie durch Zufall ein paar schöne Lieder auf seiner Gitarre geschrieben hat, bevor er wieder ins Bett seiner Studenten-WG fiel.
Auf den zweiten Blick hat der scheinbare Hallodri in 21 Jahren nicht nur zehn Platten veröffentlicht – und damit mehr Produktivität bewiesen als viele seiner im Mainstream präsenteren, kommerziell noch erfolgreicheren Deutschpop-Weggefährten.
Bosse gilt auch außerhalb des Studios als stabiler Typ. Tritt auf Benefiz- und Solikonzerten auf, engagiert sich für Geflüchtete und gegen Rechts, unterstützt Fridays for Future und Initiativen wie „Hirn gegen Hass“.
Klappe halten, um mehr Alben zu verkaufen, war für ihn noch nie eine Option. Zum Glück verkauft er trotzdem viele. Sein USP: Er erzählt Geschichten aus seiner Kindheit und Gegenwart, manche ganz persönlich, manche stellvertretend für seine Generation.
Einen Nummer-1-Hit landete er zwar noch nie. Veritable Radionummern wie „Schönste Zeit“ und „Der letzte Tanz“ dafür immer wieder mal.
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Bosses neues Album „Stabile Poesie“ zementiert seinen Ausnahmestatus als gefühlter Indie-Künstler in einer Major-Welt. Als einer, der dort noch immer nicht richtig reinpasst, aber mitspielt – und weder Kitsch noch große Geste scheut.
Weil er Bock hat und für die Musik brennt, im Herzen mehr Thees Uhlmann als Tim Bendzko. „Alles was ich wollte, alles, was ich will, bist du“ etwa heißt es im Opener „Liebe hat nicht ewig Zeit“ als Gruß an die Münchner Freiheit.
„Vergangenheit“ setzt auf dezentes Autotune, sein Hyperpop-Versatz „Einmal alles bitte“ auf Explizites. Mit „Schwesterherz“ wagt er wieder ein Lied für ein Familienmitglied und kommt damit davon, weil in jedem Wort spürbar bleibt: Der fühlt das alles wirklich so.
Der Danger-Dan-artige Chorgesangs-Rausschmeißer „Lass dich nicht ficken“ setzt ein Ausrufezeichen gegen Hass und Sexismus im Netz.
Davor erklärt Bosse in „Peu à peu“ noch: „Ich wünsch’ dir jemand der dich liebt so wie du bist, und das wünsche ich mir auch“. Stabile Poesie in instabilen Zeiten. (soet)
Max-Schmeling-Halle
Am Falkplatz, Prenzlauer Berg, Sa 16.5., 20 Uhr, 65 Euro
5 Madison Beer
Dancefloor-Prinzessin: Madison Beer.
© Sony Music
Justin Bieber hat in seiner Karriere allerlei Unsinn angestellt. Dass er 2012 seine Popularität nutzte, um eine gerade mal 13-jährige Sängerin und ihre Coverversion des Evergreens „At Last“ ins Licht zu rücken, gehört nicht dazu.
Madison Beer hatte schon als Kind die Talentschmieden des US-Showbiz durchlaufen. Als junge Frau trat sie auf die Bühne, um im Windschatten von Superstars wie Lady Gaga oder Ariana Grande windschnittigen Dancefloor-Pop mit einem Schuss Queerness zu lancieren.
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Das gelingt auf ihrem dritten Album „Locket“ selbstbewusst und formvollendet. (wun)
Max-Schmeling-Halle
Am Falkplatz, Prenzlauer Berg, Di 19.5., 20 Uhr, ab 65 Euro
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Elektropoprock aus Kanada: Valerie Anne Poxleitner alias Lights.
© Trevor Brady
Schon als Kind ist Valerie Anne Poxleitner, 1987 in Kanada geborene Tochter christlicher Missionare, ganz schön herumgekommen. Jamaika und die Philippinen waren Stationen, ehe die Familie sich wieder in Ontario niederließ.
Von ihrem Vater mit den Grundlagen des Gitarrespiels vertraut gemacht, kaufte sie sich mit 14 von einer kleinen Erbschaft ein Aufnahmegerät und begann, erste eigene Songs zu komponieren.
Aus dem Mittelteil ihres Nachnamens leitete sie phonetisch ihr Künstleralias Lights ab, unter dem sie in den vergangenen 15 Jahren zu einem der renommiertesten Pop-Acts ihres Heimatlandes aufgestiegen ist.
Mit ihrem stilistisch breit aufgestellten, meist näher an der Avantgarde als am Mainstream operierenden und dabei meist tanzbaren Elektropoprock stellt sich Lights selbstbewusst in die Traditionslinie großer Künstlerinnen wie Björk oder Peaches.
Der Retro-Sound ihrer Stücke kulminiert auf ihrem jüngsten Album „A6“ in einer motorischen Melancholie, die an Achtziger-Synthpop-Klassiker von Gary Numan oder Corey Hart („Sunglasses at Night“) erinnert. (wun)
Frannz Club
Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, Mi 20.5., 20 Uhr, 28 Euro