Määäh! Die Aufregung ist groß, nachdem der Schäfer tot auf der Weide gefunden wird. Doch die Herde nimmt schon bald die Ermittlungen auf– wobei sie den menschlichen Kolleg:innen immer ein paar Hufbreit voraus zu sein scheinen („Glennkill – Ein Schafskrimi“).

Außerdem: Maximilian Brückner als ur-bayrischer Lederhosen-Engel („Ein Münchner im Himmel“) und eine unerhoffte Begegnung im Leben eines Halbwaisen („Andor Hirsch“). Was diese Woche ansonsten sehenswert ist, lesen Sie hier.

1 Glennkill – Ein Schafskrimi

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Gemächlich grasen die Schafe auf der grünen Weide. Den Tieren geht es gut bei Schäfer George Hardy (Hugh Jackman). Abends, wenn die Sonne malerisch über der Wiese untergeht, liest er den Schafen aus einem Krimi vor.

Hardy ahnt nicht, dass die blökenden Tiere auf dem Rückweg in den Stall lebhaft über die Auflösung des Kriminalfalles diskutieren. Denn sie verstehen jedes Wort, das die Menschen sagen, während diese das tierische Meckern nicht entschlüsseln können.

Mit „Glennkill – Ein Schafskrimi“ hat die deutsche Autorin Leonie Swann dem Genre eine neue Variante abgerungen, indem sie die Titeltiere nicht nur sprechen, sondern auch ermitteln ließ. Nun hat Regisseur Kyle Balda („Minions“) den wolligen Stoff fürs Kino adaptiert.

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Am Morgen liegt der Schäfer vor seinem Wohnwagen mausetot im Gras. Der Kreis der Verdächtigen ist groß. Schließlich hatte sich Hardy mit fast jedem Dorfbewohner verkracht.

Als Anwältin Lydia (Emma Thompson) das Testament verkündet, stellt sich heraus, dass der Schäfer ein Millionenvermögen hinterlässt. Damit fällt der Hauptverdacht auf Tochter Rebecca (Molly Gordon), die in der Nacht des Mordes aus den USA angereist ist.

Der junge Dorfpolizist Tim (Nicholas Brown) ist mit seinem ersten Mordfall sichtlich überfordert. So ist es Sache der Schafe, den Fall zu lösen. Es zeigt sich: Nicht nur in der Detektivarbeit kann der Mensch vom Schaf noch etwas lernen. (Martin Schwickert)

US/IE/GB 2026, 109 Min., R: Kyle Balda, D: Hugh Jackman, Nicholas Braun, Nicholas Galitzine

2 Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang

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Ludwig Thomas Satire „Ein Münchner im Himmel“ (1911) ist eines der meistzitierten Werke der bayerischen Volksliteratur. Nun hat David Dietl den Stoff fürs Kino modernisiert.

Mit langen Haaren und Lederhose stolziert der Taxifahrer und Lebenskünstler Ludwig „Wiggerl“ Brunner (Maximilian Brückner) durch die sonnenbeschienene Landeshauptstadt.

Nach einem Unfall landet sein komatöser Körper im Krankenhaus, während sich die Seele Richtung Himmel aufmacht, wo es statt Bier nur Soja-Manna gibt. Und so erschleicht Wiggerl sich die Rückversetzung an die Isar, um dort sein defizitäres Karma-Konto aufzufüllen.

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Dafür muss er zur vernachlässigten Tochter (Momo Beier) eine gute Beziehung aufbauen und das gestörte Verhältnis zum eigenen Rabenvater (Heiner Lauterbach) aufarbeiten.

Dietl legt seine Version als komödiantisches Märchen an, dessen Handlung in narkotisierender Vorhersehbarkeit Gestalt annimmt. Maximilian Brückner verleiht seinem Münchner Hallodri zwar lebenslustige Lässigkeit, aber gegen den faden Geschmack der harmlosen Läuterungsdramaturgie ist auch er chancenlos. (Martin Schwickert)

DE 2026, 93 Min., R: David Dietl, D: Maximilian Brückner

3 Andor Hirsch

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Budapest, 1957: Der Zweite Weltkrieg ist noch im kollektiven Gedächtnis, der ungarische Volksaufstand gegen die sowjetische Besatzung vor einem Jahr gescheitert. Die Bevölkerung ist traumatisiert, die Stadt immer noch größtenteils zerstört.

Mitten in dieser in düsteren Sepiatönen gefilmten Kulisse lebt der zwölfjährige Jude Andor, der im Waisenhaus aufgewachsen ist und nun mit seiner verschlossenen Mutter zusammenlebt.

Seinen Vater hat er nie kennengelernt – er wurde von den Nazis in einem Lager umgebracht, erzählt die Mutter. Doch dann steht eines Nachts ein Mann in der Tür: ein grobschlächtiger Metzger, der behauptet, Andors Vater zu sein. Was ist die Wahrheit?

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Nachdem die spannende Ausgangslage, die László Nemes („Son of Saul“) für seinen dritten Film gewählt hat, bald erzählt ist, zieht sich die Handlung und verläuft sich in langen Bildsequenzen, die zwar die Atmosphäre nachdrücklich illustrieren, aber die Figuren auf Distanz halten.

Obwohl man seine innere Zerrissenheit fühlt, nutzt sich Andors eindringliches Starren nach einiger Zeit ab, und man wünscht sich etwas mehr Tempo. (Emma Rotermund)

HU/FR/DE/GB 2025, 133 Min., R: László Nemes, D: Bojtorján Barabas, Andrea Waskovics, Grégory Gadebois

4 Palästina 36

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Während sich Europa für einen weiteren Weltkrieg rüstet, spitzt sich die Lage in Palästina im Jahr 1936 zu. Die antisemitische Politik der Nazis treibt immer mehr Juden ins Exil, die Zahl zionistischer Siedlungen steigt in Palästina rasant an.

In der arabischen Bevölkerung regt sich Widerstand gegen die Politik der britischen Kolonialmacht. Die palästinensisch-amerikanische Regisseurin Annemarie Jacir widmet sich diesem Schicksalsjahr in der Geschichte ihres Landes.

Ähnlich wie Cherien Dabis‘ „Im Schatten des Orangenbaumes“ wählt sie das Format eines Historienepos. Mit großer emotionaler Kraft erzählt Jacir von Menschen, die sich dagegen wehren, dass ihnen ihr Land weggenommen wird.

„Palästina 1936“ interpretiert die historischen Ereignisse vor allem als Versagen der britischen Mandatsherrschaft, die der arabischen Seite die Teilung des Landes mit Gewalt aufzuzwingen versucht.

Dass sich jener „große arabische Aufstand“ auch direkt gegen zionistische Siedler richtete, wird allerdings ausgespart.

Selbst wenn man die gezielt einseitige Sichtweise respektiert, irritiert dieses komplette Ausblenden der jüdischen Perspektive im Verlauf des Films zunehmend. (Martin Schwickert)

Die vollständige Rezension können Sie hier lesen.

FR/QA/PS/SA/GB/JO 2025, 119 Min., R: Annemarie Jacir, D: Hiam Abbass

5 Meine Freundin Conni 2 – Abenteuer mit Kranich Klaus

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Erinnern Sie sich an alle Filme, die Sie in Ihrem Leben gesehen haben? Glückwunsch, die Rezensentin nämlich nicht.

Aber auf jeden Fall an die ersten: „Bambi“ und „Cap und Capper“, animierte Tierfilme aus dem Hause Disney.

In beiden passieren schreckliche und große Dinge (die jeweilige Mutter der Hauptperson stirbt, ein fieser Waldbrand, monströse Fallen, die Protagonisten entdecken die Liebe und werden erwachsen). Das schafften die Crews in 68 bzw. 83 Minuten.

Dieses abgefilmte Pixibuch kostet 78 Minuten Lebenszeit, und die Handlung lässt sich in genau einem Satz zusammenfassen: Conni und zwei Freunde finden einen verletzten Kranich, der nach ein paar Problemchen wieder in die freie Wildbahn kann.

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Garniert wird das wie in der Buchreihe mit allerlei lehrreichen Botschaften, so bräsig und lahm erzählt, dass wirklich nur tierliebe Kids im Kita- und frühen Grundschulalter Spaß daran haben können. Man hofft einfach, dass sie zu Hause noch ein paar subversivere Sachen vorgelesen bekommen.

Okay, der zweite „Conni“-Film tut niemandem weh und beschert keine Albträume. Aber unter Garantie wird sich in 40 Jahren niemand mehr an diesen Kinobesuch erinnern. (Antje Scherer)