Am kommenden Samstag (16. Mai) werden in Düsseldorf zahlreiche Cannabis-Aktivisten und Konsumenten erwartet. Der Grund: An diesem Tag findet der diesjährige Global Marijuana March (GMM) NRW statt. Unter dem Motto „Wir sind in der Pflicht – anders geht es nicht“ rufen die Veranstalter die Bundes- und Landesregierung dazu auf, „die begonnenen Reformen in der Cannabispolitik konsequent zu verteidigen und weiterzuentwickeln“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Die Veranstaltung beginnt am Samstag um 14 Uhr am Ratinger Tor im Düsseldorfer Hofgarten. Von dort aus führt die Demonstration durch die Innenstadt bis zum Kultur-Schlachthof an der Rather Straße in Derendorf. Nach dem Marihuana-Marsch startet dort gegen 17 Uhr noch eine Abschlussveranstaltung. Wie die Polizei Düsseldorf auf Nachfrage dieser Redaktion mitteilte, sind rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den GMM 2026 angemeldet.

Cannabis-Aktivisten kritisieren Alexander Dobrindt scharf

Im Rahmen der Demonstration sind Redebeiträge und Live-Musik geplant. Wie die Veranstalter mitteilten, „werden der stellvertretende Anmelder Domenic Emanuelli, Gründer des CSC Düsseldorf e.V. und Legalisierungsaktivist sowie der Freiburger Aktivist, Unternehmer und Youtuber Tobias Pietsch (bekannt von HanfnahTV und dem Taxi zu Legalisierung)“ zu den Teilnehmenden sprechen. Ähnlich wie bei der Fachmesse „Cannafair“ wird der „Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr e.V.“ auf der Abschlussveranstaltung im Schlachthof „seinen Fahrsimulator bereitstellen, sodass die Gäste die Chance haben, ihre Reaktionen nach dem Genuss von Cannabis zu testen“, heißt es in der Ankündigung der Veranstalter.

Hintergrund des diesjährigen Global Marijuana March NRW ist laut Veranstalter „die aktuelle Entwicklung“, die Sorge bereitet. Zwar zeigen erste Evaluationen seit der Entkriminalisierung von Cannabis in Deutschland, die Anfang April 2024 in Kraft trat, „deutliche Fortschritte“, wie „der Rückgang der Strafverfolgung, stabile Konsumzahlen und erste Effekte bei der Eindämmung des Schwarzmarkts“ zeigen. Dennoch würden „diese Fortschritte zunehmend unter politischen Druck“ geraten, so die Veranstalter.

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Vor allem die „pauschale Ablehnung der wissenschaftlichen Erkenntnisse durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt“ wird scharf kritisiert. Aus Sicht der Veranstaltenden werde eine „evidenzbasierte Debatte dadurch bewusst untergraben“, so ein Vorwurf. „Wer wissenschaftliche Evaluationen ignoriert oder diskreditiert, handelt nicht im Interesse von Gesundheit oder Sicherheit, sondern aus ideologischen Motiven.“ Zudem kritisieren die Cannabis-Clubs, Organisationen und Verbände die Pläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, das Medizinal-Cannabisgesetz einzuschränken. Dies würde vor allem „Patientinnen und Patienten treffen, die auf eine verlässliche Versorgung angewiesen sind“.

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Forderung nach konsequenter „Weiterentwicklung des Cannabisgesetzes“

Deswegen haben die Veranstalter und die Demo-Teilnehmer eine ganze Reihe an Forderungen an die Bundesregierung und die zuständigen Behörden. So müsse nun eine „konsequente Weiterentwicklung des Cannabisgesetzes“ angepeilt werden. Außerdem setzen sich die Veranstalter des Cannabis-Marsches für den „Ausbau legaler Bezugswege zur wirksamen Bekämpfung des Schwarzmarkts“, die lange geforderte „Einführung lizenzierter Fachgeschäfte“ sowie „die Gleichbehandlung von Cannabis mit Alkohol und Tabak“ ein.

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Zudem fordern die Aktivisten eine „realistische Regelungen für Eigenanbau und Besitzmengen“ und den „Abbau bürokratischer Hürden für Anbauvereinigungen“. Außerdem soll mit der Demo am Samstag „auf die weiterhin bestehende Kriminalisierung hingewiesen“ werden. Denn laut Veranstalter des Marsches sitzen Menschen in Deutschland noch immer „wegen Cannabisdelikten im Gefängnis – ein Zustand, den die Bewegung als nicht hinnehmbar bezeichnet“.