Als eines der größten Kulturfeste der Stadt gilt der Düsseldorfer Bücherbummel: Etwa 250.000 Besucher lockt dieser jedes Jahr am verlängerten Pfingstwochenende auf die Kö. Dieses Mal rechnen die Veranstalter wegen des Japan-Tags am Samstag mit noch mehr Zulauf. Damit es auf der Kö nicht zu voll wird, schließt der Bummel dann auf Anweisung vom Ordnungsamt bereits um 17 Uhr. „Der Japan-Tag ist dieses Mal eine besondere Herausforderung für uns“, sagt dazu Jürgen Kron.
51.000 Euro Förderung von der Stadt plus Spenden
Er ist Vorsitzender des Vereins Bücherbummel an der Kö, der die Kulturmeile gemeinsam mit den Stadtbüchereien und dem Kulturzentrum Zakk organisiert. Neben dem Japan-Tag gibt es dabei dieses Jahr aber auch noch ein weiteres Novum: Anders als in den vergangenen Jahren werde die Kö am Samstag und Sonntag für den Autoverkehr offenbleiben – aus Kostengründen. Wie 2025 habe die Stadt den Bücherbummel auch dieses Jahr zwar mit 51.000 Euro gefördert, die bis zu 10.000 Euro teure Straßensperrung sei damit aber nicht mehr stemmbar, sagte Kron – trotz Sponsoring des Bürgervereins und Spenden. Aus demselben Grund gibt es in diesem Jahr auch keine Hauptbühne auf der Brücke an der Steinstraße/Benrather Straße, die daher ebenfalls nicht gesperrt werde, sagt Claudia Adams vom Verein Bücherbummel.
Jährlich ein neuer Schwerpunkt bei den Lesungen
Das diesjährige Programm allerdings ist gewohnt vielfältig und dürfte deshalb nicht nur etwas für eingefleischte Bücherwürmer sein – oder auch Japan-Fans, die ohnehin in der Gegend unterwegs sind. Mehr als 100 Künstler werden in drei Lesezelten ein „Potpourri aus Literatur, Musik, Kleinkunst, Poetry Slam und Kinderprogramm“ zeigen, wie es in der Ankündigung heißt. Etwa 60 Stände warten auf die Besucher, ebenso 50 Autoren, die aus ihren Büchern lesen werden. Der thematische Schwerpunkt dabei liege auf der Gattung Fantasy, sagt Jürgen Kron. Auch künftig wolle der Bücherbummel jährlich einen solchen Schwerpunkt setzen, um sich an spezielle Lesergruppen zu wenden.
Literaturquiz und vertonte Gedichte im Zakk-Lesezelt
Als Mitveranstalter hat auch das Zakk ein eigenes Lesezelt an der Ecke zur Grünstraße, mit Loungelandschaft und besonderen Formaten: Darunter sind Poetry- und Song-Slams von den Künstlerinnen Johanna Bauer und Cosima, elektronische Musik von Aylin Celik, ein Literaturquiz vom Düsseldorfer Autor Bernard Hoffmeister oder poppig vertonte Heine-Gedichte des Schauspielers Matthias Fuhrmeister – um nur einige Highlights zu nennen. Diese richten sich nicht nur, aber besonders auch an junge Leute. Der Großteil der Besucher des Bücherbummels bestehe neben Familien mit Kindern nämlich aus jungen Menschen unter 30, sagt Kron. „Es gibt wieder ein stärkeres Lese-Interesse bei der Generation Smartphone“, betont auch Arnold Pascher vom Verein Bücherbummel.
Puppenspiel, Vorlesen und eine Safari für die Jüngsten
„Viele von ihnen wollen Bücher nicht einfach ausleihen, sondern kaufen und zu Hause ins Regal stellen“, sagt dazu auch Sandra Kügler von der Stadtbücherei. Diese wendet sich beim Bücherbummel mit einem Kinderzelt an der Girardetbrücke an die allerjüngsten Besucher. Kita- und Grundschulkinder kommen hier bei Theaterstücken und Puppenspiel, Vorlesen und Zauberei auf ihre Kosten. Neben dem Zelt wartet auf sie auch ein kleines Karussell sowie ein Stand mit Zuckerwatte.
Auch zahlreiche Kinderbuchautoren sind zu Gast, darunter etwa Andreas Hüging mit einer musikalischen Lesung zu seinem neuen Buch „Fantomaus – Plötzlich Superheld“ oder Vanessa Walder mit ihrem ebenfalls neuen Werk „Monsterando – Grusel auf Bestellung“. Der bekannte Düsseldorfer Travestie-Künstler und Stadtführer Andreas Patermann alias Freifrau von Kö führt zudem Familien bei einer Safari unter dem Titel „Vom Löwen zur Heinemaus“ über die Prachtmeile. Und am Japan-Tag gibt es neben einer Bastelwerkstatt zur japanischen Faltkunst Origami auch ein Kamishibai, ein traditionelles japanisches Papiertheater mit Bilderschaukasten auf Japanisch und Deutsch.
Sehen lassen kann sich außerdem das vielfältige gastronomische Angebot beim Bücherbummel, das auch Besuchern aus der „verbotenen Stadt“ gefallen dürfte: Neben Altbier, Wein und Kaffee gibt es nämlich auch Kölsch zu trinken. Zudem warten internationale Köstlichkeiten, von Crepes und Waffeln über lateinamerikanische Empanadas und ungarischen Langos bis hin zu arabischen Spezialitäten. Wer es traditioneller mag, für den gibt es Bratwurst und Reibekuchen.