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Die Vorfreude auf Sonntag ist genauso groß, wie die Anspannung: Der 17. Mai 2026 soll als der Tag in die Historie von Dynamo Dresden eingehen, an dem der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga geschafft wurde. Dass die Sachsen exakt vor 35 Jahren schon mal Großes vollbracht haben, könnte ein gutes Omen sein…

Die Rede ist vom 17. Mai 1991: Damals siegte die SGD in der letzten Saison der DDR-Oberliga am vorletzten Spieltag mit 2:1 bei Lok Leipzig – und machte damit die Qualifikation für die 1. Bundesliga perfekt.

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Bis heute ist nicht ganz klar, wer dabei kurz vor Schluss das entscheidende Tor schoss – Torsten Gütschow oder Ralf Minge. „Er kam von links, ich von rechts, wir sind zusammengestoßen und der Ball war drin“, erinnert sich Gütschow, der zumindest in den meisten Statistiken als Torschütze geführt wird. „Aber wahrscheinlich nur, weil ich als Erster wieder aufstand und gejubelt habe“, lacht „Horschtl“.

Vor 35 Jahren machte Heiko Scholz (l.) mit Dynamo die Bundesliga-Quali klar

Vor 35 Jahren machte Heiko Scholz (l.) mit Dynamo die Bundesliga-Quali klar

Foto: imago/WEREK

Unstrittig ist dagegen, wer Dynamo Dresden seinerzeit in Führung schoss – und da schließt sich der Kreis: Es war der heutige Co-Trainer Heiko Scholz (60)! „Die Bundesliga-Quali war damals so extrem wichtig für uns. Als wir es geschafft hatten, war es wie eine Befreiung. Denn es war kein Selbstläufer. Deshalb wurde auf der Rückfahrt im Bus und dann im Stadion-Casino ordentlich gefeiert“, erzählt Dynamo-Idol Scholz, der Sonntag gegen Holstein Kiel vor seinem 330. (!) Dynamo-Spiel als Profi, Trainer und Co-Trainer steht.

Minge: „Bringt es über die Ziellinie!“

Auch Gütschow sagt rückblickend: „Das hat uns ja kaum noch einer zugetraut.“ Vor allem, weil die Top-Stars um Ulf Kirsten, Matthias Sammer, Hans-Uwe Pilz, Matthias Döschner oder Andreas Trautmann nicht mehr da waren. „Wir hatten nur einen kleinen Kader und zum Glück wenig Verletzte“, so der frühere Top-Torjäger. „Das Entscheidende aber war der Zusammenhalt. Wir waren eine großartige Truppe.“

Genau das könnte auch diesmal wieder der Faustpfand sein. Der Teamgeist der aktuellen Mannschaft ist – so wird es immer wieder von allen Beteiligten betont – enorm groß. Mindestens genauso groß ist die Hoffnung auf ein Happy End. Heiko Scholz ist davon überzeugt – und Dynamo-Legende Minge bringt es auf den Punkt: „Man muss großen Respekt vor der starken Rückrunde haben, die die Mannschaft gespielt hat. Und wünscht sich jetzt nichts mehr, als dass sie es über die Ziellinie bringt…“