Wolken sind schwieriger zu verstehen, als man denkt. Bisherige Wetter- und Klimamodelle bilden sie zu vereinfacht ab. Das macht Prognosen ungenau. Jetzt starten über 40 Forschende, darunter das Leipziger TROPOS-Institut, die bislang aufwendigste Wolken-Messkampagne Europas: mit Drohnen, einem Hubschrauber und einem Netz aus Dutzenden Sensoren.

Wer morgens aus dem Fenster schaut und Wolken sieht, denkt selten daran, wie schwer sie für die Forschung zu verstehen sind. Dabei gehören Wolken zu den größten Unsicherheiten in Wetter- und Klimamodellen. Sie beeinflussen, wie viel Sonnenlicht die Erde erreicht, wie stark sich die Atmosphäre erwärmt und wie sich Wetter und Klima entwickeln. Genau das wollen Forschende aus Leipzig gemeinsam mit über 40 Wissenschaftlern aus Europa nun genauer untersuchen.

Von Mai bis August 2026 läuft südöstlich von Berlin die Messkampagne C3SAR, kurz für „Cloud 3D Structure and Radiation“. Zum ersten Mal soll der Einfluss der dreidimensionalen Wolkenstruktur auf die Sonnenstrahlung detailliert vermessen werden. Bislang vereinfachen viele Wetter- und Klimamodelle Wolken stark. In Wirklichkeit sind Wolken jedoch räumlich komplex aufgebaut. Genau das beeinflusst, wie Sonnenlicht gestreut, reflektiert oder absorbiert wird.