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Tokio – Schock bei Honda! Der japanische Autoriese rutscht tief in die roten Zahlen – und das zum ersten Mal seit fast 70 Jahren. Am Donnerstag meldete die Firma einen Jahresverlust von 2,7 Milliarden Dollar für das Geschäftsjahr bis Ende März. Seit dem Börsengang 1957 hatte es so einen Einbruch nicht gegeben.
Der Grund: ein teurer Rückzug aus den großen Elektroauto-Plänen. Über 9 Milliarden Dollar an Abschreibungen und Umbaukosten reißen ein gewaltiges Loch in die Bilanz. Honda hatte Milliarden in neue E-Autos gesteckt – doch die Kunden ziehen nicht im erhofften Tempo mit.

Mit dem Honda e startete Honda ins E-Auto-Massengeschäft: ein kleines Elektroauto, das bei der Vorstellung als erschwingliches E-Volksauto angepriesen wurde. Die Produktion wurde bereits eingestellt
Foto: Werk
Damit geraten auch asiatische Hersteller in den Strudel der E-Mobilität. In Europa hat Auto-Gigant Stellantis (u. a. Opel, Peugeot, Fiat) einen Milliardenverlust durch Abschreibungen auf die E-Auto-Strategie gemeldet. Aber auch deutsche und amerikanische Autobauer kämpfen mit Verlusten, weil sie voll auf die Elektromobilität setzten. Ford machte mit seiner Elektro-Sparte zuletzt 4,8 Milliarden Dollar Verlust – und erwartet weiter rote Zahlen.
E-Auto-Verkäufe sanken in den USA
Noch vor wenigen Jahren wollte Honda ganz nach vorne stürmen. Ziel: Bis 2040 sollten alle Modelle elektrisch oder mit Wasserstoff fahren. Damit wollte Honda sogar Konkurrenten wie Toyota überholen, die weiter auf Hybrid und Benzin setzten. Gemeinsam mit Partnern wie General Motors und Sony wurden ehrgeizige Projekte gestartet.
Doch die Realität bremste den Plan aus. Nach einem ersten Boom durch Frühkäufer bleibt die breite Masse zurückhaltend. Viele schrecken vor hohen Preisen und einer immer noch lückenhaften Ladeinfrastruktur zurück. Zusätzlich wurden staatliche Förderungen in den USA stark gekürzt – ein harter Schlag für den Markt.
Die Folgen sind deutlich: 2025 sanken die E-Auto-Verkäufe in den USA, Hondas wichtigstem Markt, um rund 4 Prozent. Honda zieht jetzt die Reißleine: Drei große Elektro-Modelle für Nordamerika wurden gestrichen. Eine günstige Baureihe mit General Motors sowie ein Hightech-Auto mit Sony liegen auf Eis.