Paukenschlag am Himmelfahrtstag: Zum ersten Mal seit über zehn Jahren bleibt es am heutigen Männertag auf der Ziegelwiese still. Das Ordnungsamt der Stadt Halle hat das beliebte „Einfach Machen Open Air“ in letzter Minute untersagt. Während die Veranstalter von „Willkür“ sprechen, verliert die Saalestadt eines ihrer markantesten Kulturevents.
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Die Nachricht verbreitete sich am Donnerstagmorgen wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken und sorgte bei tausenden Feierwilligen für Fassungslosigkeit. Wo sonst am Herrentag Bässe wummerten und eine bunte Menge friedlich unter freiem Himmel tanzte, herrscht heute gähnende Leere. Das traditionelle Open-Air-Event, das seit über einem Jahrzehnt fester Bestandteil der halleschen Feiertagskultur ist, wurde von der Stadtverwaltung gestoppt.
Veranstalter erheben schwere Vorwürfe
Für die Organisatoren ist die kurzfristige Absage mehr als nur ein logistisches Desaster. In einem hochemotionalen Statement machten sie ihrem Ärger über die städtische Verwaltung Luft. Sie werfen dem Ordnungsamt vor, die Tragweite seiner Entscheidung für die lokale Kulturlandschaft zu verkennen.
Das Statement der Veranstalter im Wortlaut:
„Wir müssen Euch leider mitteilen, dass unser Event am 14.5. nicht stattfinden darf. Die Stadt Halle, in Vertretung das Ordnungsamt, hat uns untersagt, das Event stattfinden zu lassen. Für uns ein Tiefpunkt in der Zusammenarbeit mit der Stadt Halle und ein weiterer Verlust für die Kulturvielfalt in Halle. Gerade im Angesicht leerer Kassen sind wir und alle Unterstützer davon ausgegangen, dass seitens der Stadt solche Vorhaben wertgeschätzt und unterstützt werden. Das Gegenteil ist der Fall!
Besonders schwierig ist, dass am Ende einzig und allein das Amt für Ordnung und Sicherheit über Kultur in dieser Stadt entscheidet und waltet und festlegt, was genehmigungsfähig ist. Unsere Events waren und sind dabei unter ordnungsrelevanten Punkten immer gut organisiert gewesen. Alle Risiken waren abgedeckt und in der Planung berücksichtigt, Regelungen wurden entsprechend eingehalten und dies seit über 10 Jahren! Für uns hat das einen starken Beigeschmack von Willkür […] Wenn Kulturangebot vernichtet wird, wenn Kulturschaffenden kein Platz mehr geboten wird und die Kulturentscheidung von jemandem getroffen wird, dem weder Tragweite noch Konsequenz seines Handelns gegen seine Bürger bekannt sind, läuft etwas falsch!“
Ein herber Schlag für die Stadtkultur
Die Absage trifft die Szene hart, zumal die Vorbereitungen für das Event auf der Ziegelwiese und der Peißnitz bereits auf Hochtouren liefen. Seitens der Veranstalter wird betont, dass man über ein Jahrzehnt lang bewiesen habe, dass die Sicherheit der Gäste und die Einhaltung behördlicher Auflagen stets oberste Priorität hatten.
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