Im Frühjahr 2012 wurde der Glasanbau an der Emmaus-Kirche fertiggestellt und es stand bereits fest, dass die neuen Räumlichkeiten als Ort der Begegnung für Menschen aus dem Dorf dienen sollten. Katrin Mehring war in diesem Prozess eine Frau der ersten Stunde. Ende April nahm sie ihren Abschied nach fast 15 Jahren als Leitung des Café Emmaus.

Die Anfänge des Zentrum Emmaus brachten viele Ehrenamtlichen und viele Ideen zusammen. Daraus wurde das „Netzwerk 50+“ geboren mit unterschiedlichen Angeboten für Erwachsene und Senioren. Der Glasanbau wurde bereits als Café konstruiert und sogleich wurde auch das Café Emmaus umgesetzt.

Als Leiterin wurde Katrin Mehring mit zwölf Stunden in der Woche angestellt. Die Öffnungszeiten wurden festgelegt wie auch eine Speisenkarte. Das Cronenberger Unternehmen Knipex war bei verschiedenen Anschaffungen behilflich und schnell ging es los. Dreimal wöchentlich gab es zur Kaffeezeit leckeren Kuchen, heiße Kaffee-Getränke und die Möglichkeiten für einen „Schnack“. So wurde das Café für viele Menschen zu einem konstanten Treffpunkt, um in Kontakt zu treten.

Genau die richtigen Kompetenzen für das Konzept

Als ausgebildete Meisterin der Hauswirtschaft konnte sie bereits viele Erfahrungen in den kleinen Gastronomie-Betrieb einbringen. Aber sie schloss auch noch ihren Master in Psychologie ab, womit sie für den Umgang mit den vielen verschiedenen Menschen bestens geschult wurde.

„Über all die Jahre habe ich die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt, ihnen zugehört, Fragen gestellt, sie ermutigt und mit Speisen versorgt“, berichtet Mehring. Dies sei oft sehr erfüllend gewesen, zum Beispiel, wenn sie Alleinstehende dazu gewinnen konnte sich im Netzwerk einzubringen. Hinzu habe es anstrengende wie auch lustige Momente gegeben. Ebenso hatte Trauriges seinen Platz, wenn Stammkunden plötzlich nicht mehr gekommen sind, aufgrund von Krankheit oder Tod.

Mit Freude beobachtete sie, wie sich auch Kinder in dem Café wohlfühlen. Ob samstagmorgens, wenn viele jüngere Familien zum Frühstück kommen oder bei den Öffnungszeiten, die parallel zu den Proben des Kinderchors liegen. Die Kleinen können es sich in der Spiel-Ecke gemütlich machen oder nutzen die Räume zum „rumflitzen“. Auch ihre Enkelkinder fanden einen Besuch bei Oma im Café immer aufregend und sie machten dort auch ihre ersten Gastronomie-Erfahrungen. Vor ihrem Abschied wollten alle nochmal kommen und helfen. Also bekamen sie Schürzen und durften nochmal Speisen und Getränke an die Tische bringen, was die Kunden natürlich zuckersüß fanden.

Auch die Arbeit mit dem Team an Ehrenamtlichen war vielfältig und berührend, wie sie sagt. „Viele sind von Anfang an bei dem freiwilligen Dienst dabei und nur so konnte die Kontinuität des Cafés erhalten bleiben.“ Mehring erinnert sich an viele gemeinschaftsfördernde Unternehmungen, die mit dem gesammelten Trinkgeld finanziert wurden. Darunter waren Stadtführungen, Besuche im TiC-Theater oder auch das Sammeln für eine gemeinschaftliche Spende.

Ein besonderer Termin bleibt für sie der letzte Donnerstag im Monat, wenn zum gemeinsamen Singen eingeladen wird. Seit knapp vier Jahren steht dieser fest auf dem Programm. Das Café ist dann immer von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Die Gäste haben dann die Möglichkeit, sich an frischen Waffeln zu stärken und ab 15.30 Uhr mit der Gitarrengruppe des Netzwerks zu singen.

„Ich verabschiede mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, bleibe in der Gemeinde aber noch als Presbyter erhalten.“ Als selbstständige Beraterin, Seelsorgerin und Supervisorin wird sie auch weiterhin in ihrer Cronenberger Praxis, in der sie mit ihrem Mann zusammenarbeitet, tätig bleiben.

Seit Anfang Mai ist ihre Nachfolgerin im Café aktiv, Caroline Moll. Sie ist 34 Jahre alt, gebürtige Wuppertalerin und hat Soziale Arbeit studiert. Zuletzt hat sie die Bahnhofsmissionen in Wuppertal und Solingen leiten dürfen.

Mehrings offizielle Verabschiedung findet im Rahmen des Gemeindefestes am 31. Mai im 11 Uhr-Gottesdienst statt.