– Mit dem Drahtesel durchs Nürnberger Stadtgebiet fahren, das ist nicht immer ein Vergnügen, sondern mitunter stressig und gefährlich. Der ADFC hat die Menschen befragt, wo Radweglücken in der City sind – das Ergebnis des Online-Votings ist eindeutig.

Immer wieder enden Radwege in der Stadt plötzlich und ohne Vorwarnung – für Menschen, die umweltfreundlich auf dem Fahrrad unterwegs sind, ist dies eine ungute und gefährliche Situation. Es stellt sich die Frage: Bleibe ich auf der Strecke oder nehme ich einen längeren Umweg in Kauf? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Nürnberg wollte es genauer wissen und organisierte ein Online-Voting zu den schlimmsten Radwegelücken. Zwischen 27. Februar und 30. April gaben 1246 Menschen ihre Stimme ab.

Das Ergebnis ist eindeutig: Am Westring ist Nürnbergs „schlimmste Radweglücke“. Konkret geht es um die 350 Meter lange Radweglücke auf beiden Seiten entlang der Maximilianstraße – dem Westring B4R – zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Fürther Straße. 55 Prozent der Teilnehmenden stimmten mit zehn von zehn Punkten. 91 Prozent der Teilnehmenden kennen die Lücke. Im Mittel aller abgegebenen Stimmen kam die schlimmste Lücke auf 8,97 Punkte.

Für das Voting traf der ADFC Nürnberg eine Vorauswahl von 15 Radweglücken. Diese konnten auf einer Skala von eins (nicht schlimm) bis zehn (sehr schlimm) bewertet werden. Martin Wolff, Vorsitzender des ADFC Nürnberg und Umgebung, stellt fest: „Beim Westring B4R wird der größte Handlungsbedarf gesehen und das ist kein Zufall. Diese Route ist nahezu alternativlos, wenn man mit dem Fahrrad die Pegnitz, die Bahnlinie und den Frankenschnellweg überwinden will.“

ADFC Nürnberg fordert: Lücke am Westring muss geschlossen werden

Martin Wolff weiter: „Wer diese Lücke meiden will, muss Umwege von mehr als drei Kilometern in Kauf nehmen, wobei auch die Umwege wiederum Lücken im Radwegenetz haben. Die Lücke am Westring zu schließen, dürfte die wirkungsvollste Einzelmaßnahme sein, um die Bedingungen für den Radverkehr in Nürnberg zu verbessern.“ Er ist der Meinung: „Deshalb ist es höchste Zeit, dass die Stadt hier loslegt.“

Der ADFC Nürnberg fordert hier einen breiten Radstreifen, der mindestens durch Gummischwellen oder ähnliches vom Autoverkehr getrennt ist. An dieser Stelle sei die Straße breit genug, dass selbst bei einem abgetrennten Radstreifen ausreichend Platz für den motorisierten Verkehr und eine Rettungsgasse bleibt.

Der Westring ist für Tempo 50 freigegeben und diese Geschwindigkeit wird dort auch tatsächlich gefahren. Gleichzeitig ist das Verkehrsaufkommen hoch: In 16 Stunden sind dort laut Fahrradclub zwischen 25.000 und 30.000 Kraftfahrzeuge unterwegs. Trotz der als problematisch empfundenen Radweglücke nutzen nach den Zahlen der städtischen Verkehrszählung auch viele Radfahrende diese Strecke: An zahlreichen Tagen sind es mehr als 1000 Radlerinnen und Radler, zu Spitzenzeiten sogar über 2000 innerhalb von 16 Stunden.

Auf Platz zwei der schlimmsten Lücken im Radwegenetz kam die Rothenburger Straße, gefolgt von der Bucher Straße, der Ecke Mausloch (Katzwanger Straße), Höfener Straße, Pillenreuther Straße und der Frankenstraße. Gefährliche Lücken im Radwegenetz gab es auch in Fischbach/Birnthon, an der Beuthener Straße, an der Steinbühler Straße, an der Regensburger Straße, an der Schnieglinger Straße, an der Oelser Straße, an der Ecke Hallertor/Westtorgraben und an der Steubenbrücke.