Für sehr viel Aufmerksamkeit sorgte die Liegend-Demo von ME/CFS-Kranken und ihren Unterstützern in Augsburg am Königsplatz. Hunderte kamen und legten sich auf den Platz. Eine zentrale Forderung war, mehr Unterstützung von der Politik und durch die Forschung zu erhalten. Mitten unter den Betroffenen war die schwer kranke Luisa Schäfer aus Schwabmünchen.

Vom Alltag sind Erkrankte oft ausgeschlossen

ME/CFS ist eine Krankheit, die in der Öffentlichkeit immer noch als beinahe unbekannt gilt, obwohl in der Welt Millionen, in Deutschland 650.000 und im Landkreis Augsburg mehrere Hundert daran leiden. ME/CFS ist ein Multisystem-Erkrankung, die mit einer heftigen Zustandsverschlechterung nach der geringsten Belastung einhergeht. Erkrankte fühlen sich ständig müde und erschöpft, können kaum Licht und Lärm ertragen und vom normalen Leben ausgeschlossen. Er gibt derzeit keine Heilungschance, fast keine wirksamen Therapien, keine zugelassenen Medikamente, kaum öffentliche Unterstützung. Häufig wird ME/CFS als psychische Krankheit stigmatisiert.

Sie musste bereits Tag vorher nach Augsburg, so groß war die Anstrengung

Luisa Schäfer aus Schwabmünchen ist eine von ME/CFS stark betroffene junge Frau, die die große Demonstration in Augsburg mitorganisiert hatte. Sie kam bereits drei Tage vorher in Augsburg an, erholte sich von diesen Strapazen in einer extra gemieteten Wohnung im Bett und blieb nach der Veranstaltung dort wieder für Tage, um den Heimweg zu schaffen. Auf der Demo wurde sie von den anderen Organisierenden als „der geistige Kopf“ der örtlichen Fatigatio-Gruppe bezeichnet, die sich dafür einsetzt, dass Forschung betrieben wird, dass Ämter die Krankheit anerkennen und Betroffene unterstützen, dass das quasi unerträgliche Leben ein wenig leichter wird.

Weil die ME/CFS-Kranken selbst zum Demonstrieren zu schwach sind, legten sich Betroffene und Unterstützer auf den Königsplatz. Sie wollten zeigen, dass diese Krankheit häufig dazu zwingt, das Leben nur im Bett zu verbringen. 

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Weil die ME/CFS-Kranken selbst zum Demonstrieren zu schwach sind, legten sich Betroffene und Unterstützer auf den Königsplatz. Sie wollten zeigen, dass diese Krankheit häufig dazu zwingt, das Leben nur im Bett zu verbringen. 
Foto: Reinhold Radloff

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Weil die ME/CFS-Kranken selbst zum Demonstrieren zu schwach sind, legten sich Betroffene und Unterstützer auf den Königsplatz. Sie wollten zeigen, dass diese Krankheit häufig dazu zwingt, das Leben nur im Bett zu verbringen. 
Foto: Reinhold Radloff

Luisa Schäfer war bei der Demo zu schwach, um länger zu sprechen. Dafür berichteten andere Betroffene von den „unendlich vielen Problemen mit dieser Krankheit“, von einem „ekelhaften Strauß von Begleiterscheinungen“, von „unerträglichen Schmerzen“, von einem „Labyrinth an Anträgen in unserem Sozialstaat“, die „häufig wirkungslos“ sind. Und davon, als Simulant „verlacht zu werden, sogar beim Arzt“. Augsburger Politiker sprachen den Kranken und ihren Angehörigen Mut und Unterstützung zu. Sie hoffen auf möglichst viele Forschungsgelder, um eine Linderung dieser Krankheit herbeizuführen. Luisa Schäfer war begeistert von dem großen Zuspruch bei der Demo und hofft, dass dadurch in Sachen ME/CFS möglichst bald positive Entwicklungen eintreten.