Heidi Klum, Eckart von Hirschhausen, Bill Gates, Robbie Williams, Paris Hilton, Jan Ullrich, Simone Biles – die Liste der Prominenten, die ihre ADHS-Diagnose öffentlich gemacht haben, ist lang. Dahinter verbirgt sich eine gesellschaftliche Entwicklung: In Deutschland hat sich die Zahl der Diagnose von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) bei Erwachsenen von 2015 bis 2024 nahezu verdreifacht. Ivan Georgiev, leitender Oberarzt in der ADHS-Ambulanz der LVR-Klinik für Psychiatrie in Viersen, stellt jedoch direkt klar: „Erwachsene mit ADHS haben keine Lifestyle-Krankheit.“ Es gebe auch nicht mehr Neuerkrankungen. Bis Anfang der 2000-er Jahre sei die Diagnose bei Erwachsenen schlicht nicht gestellt worden. „Heute wird sie einfach öfter erkannt.“