Ende April ist ein Polizeihund in Mülheim-Heißen vom Grundstück seines Diensthundeführers entwischt und hat einen neunjährigen Nachbarsjungen mit einem Biss ins Gesäß verletzt. Die Tierschutzorganisation Peta spricht sich nun für die Abschaffung solcher Hunde im Polizeidienst aus.

Seit Jahren warne Peta vor dem Risiko, das von den sogenannten Diensthunden auch für unbeteiligte Dritte ausgeht. „Die Tiere werden häufig mit gewaltsamen Methoden darauf abgerichtet, Menschen anzugreifen“, schildert die Tierschutzorganisation. Wie zahlreiche Vorfälle zeigten, seien die Hunde teilweise nicht von ihren Bezugspersonen zu kontrollieren. Peta fordert nun die Abschaffung der Hundenutzung bei der Polizei.

Warum sich die Tierschutzorganisation gegen einen Einsatz von Polizeihunden ausspricht

„Der aktuelle Vorfall zeigt erneut, dass Hunde bei der Polizei nichts zu suchen haben“, so Peter Höffken, Fachreferent bei Peta. „Sie sind von Natur aus freundliche, soziale Lebewesen. Durch gewaltsame Trainingsmethoden werden sie bei der Polizei ‚scharf gemacht‘ und zu einer Art Waffe konditioniert. Ihre Treue zur Bezugsperson wird dabei schamlos ausgenutzt. Das ist unethisch und muss aufhören. Gute Polizeiarbeit kommt ohne Tiere aus.“

Während der Polizeieinsätze würden die Hunde häufig verletzt oder bedrohlichen und zum Teil sogar lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt. „In der Vergangenheit sind dabei auch immer wieder unbeteiligte Menschen versehentlich von den Vierbeinern angegriffen worden“, erklären die Verantwortlichen von Peta.

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Nicht nur, dass die Tiere teilweise ein einsames Leben in Zwingern ohne soziale Kontakte fristeten, auch der Dienst selbst sei häufig mit massivem Stress verbunden: „Sie können ihren eigenen Bedürfnissen nicht ausreichend nachgehen und werden für menschliche Zwecke instrumentalisiert. Das Schicksal derjenigen Hunde, die sich nicht mehr für die ,Arbeit‘ eignen, ist zudem oft ungewiss.“